Körperliche Beschwerden haben oft seelische Ursachen

Sabine Viktoria Schneider beschreibt in ihrem Buch „Wenn der Arzt nicht mehr weiter weiss“ seelische Ursachen und ganzheitliche Lösungen für 200 Beschwerden. Dabei ist es ein erster wichtiger Schritt, die Zusammenhänge zwischen Körper und Seele zu verstehen. Die moderne Medizin behandelt, was sie messen, abbilden und belegen kann. Unsere Medizin entwickelt sich immer weiter, von Jahr zu Jahr werden die Therapiemöglichkeiten besser. Doch das, was uns innerlich bewegt, was wir fühlen, was uns verletzt oder überfordert, und all das, was wir seit vielen Jahren mit uns herumtragen, findet in diesem Fortschritt kaum Platz. Dabei ist genau das oft die eigentlichen Ursache für körperliche Beschwerden. Das Zusammenspiel aus Körper und Seele. Dr. Sabine Viktoria Schneider ist Psychologin, Doktorin für Public Health (Dr.P.H.) und Buchautorin. Sie ist spezialisiert auf die Bereiche Psychodynamik, Schematherapie und Psychosomatik.

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Unsere Kultur verbreitet drei große Mythen über den Zynismus

Jamil Zaki betont in seinem Buch „Hoffnung & Skepsis“: „Wir haben Gutes in uns, und das hat gute Auswirkungen auf uns.“ In letzter Zeit ist es jedoch schwieriger geworden , an das Gute im Menschen zu glauben. Noch stärker als ihr Vertrauen auf die Menschheit haben die Menschen ihr Vertrauen in die Institutionen verloren. Wo Vertrauen schwindet, macht sich Zynismus breit. Dabei zeigen sämtliche Studien, dass es der Zynismus ist, der an Beziehungen nagt, genau wie an Gemeinschaften, Volkswirtschaften und der Gesellschaft insgesamt. Die Frage ist, warum so viele von uns beim Zynismus landen, obwohl er uns selbst am meisten wehtut. Ein Grund besteht sicher darin, dass unsere Kultur dazu neigt, den Zynismus zu verherrlichen und seine Gefahren herunterzuspielen, indem sie drei große Mythen über ihn verbreitet. Dr. Jamil Zaki ist Professor für Psychologie an der Stanford University und Leiter des Stanford Social Neuroscience Lab.

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Paul Goldsmith beschreibt die optimale Nutzung des Gehirns

Anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und Fallbeispiele zeigt Paul Goldsmith in seinem Buch „Die Evolution des Gehirns“, wie wir unseren uralten Denkapparat optimal nutzen können, um ein glücklicheres und gesünderes Leben auch in unserer hochkomplexen modernen Welt zu führen. Die Welt verändert sich in überwältigendem Tempo, aber die Struktur unseres Gehirns ist weitgehend unverändert geblieben. In seinem Buch untersucht Paul Goldsmith, wie sich diese Diskrepanz zwischen alter Organisation und modernem Leben auf alles auswirkt, von unseren Emotionen und Entscheidungen über unsere Beziehungen und unsere mentale Gesundheit bis hin zu unseren Gesellschaftsstrukturen. Im Prinzip dient unser Gehirn der Persistenz: In erster Linie soll es dafür sorgen, dass wir lange genug überleben, um unsere Gene weitergeben zu können. Paul Goldsmith ist Neurowissenschaftler, Neurologe und Gastprofessor am Imperial College London.

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Die Mär von der „alternden Gesellschaft“ begleitet uns schon lange

Das neue Buch „Die erfundene Bedrohung“ von Andreas Hoffmann will nicht belehren, sondern eine Geschichte erzählen ohne surrenden Alarmton. Der Autor schreibt: „Sie werden sehen, wie leicht sich Angst einreden lässt, Sie werden sehen, dass die Angst oft überflüssig ist, und vielleicht sehen sie die Welt danach etwas positiver.“ Die Mär von der „alternden Gesellschaft“ begleitet uns schon lange – seit dem Zeitpunkt, zu dem die Wissenschaft unsere Lebenszeit verlängert hat. Wir leben länger, arbeiten kürzer, zeugen weniger Kinder und haben mehr Alte. Wir tun seit über 100 Jahren exakt das, was uns scheinbar bald in Verderben stürzen wird. Kein ein Thema zieht die Massen so an wie die Idee, dass wir die Dinge in Zukunft nicht geregelt bekommen. Andreas Hoffmann ist Journalist. Als diplomierter Volkswirt schreibt er über Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftspolitik.

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Besonnenheit und ein entspanntes Nachdenken sind segensreich

Dirk Steffens schreibt in seinem Buch „Hoffnungslos optimistisch“: „Wer an Lösungen glaubt, hat bessere Chancen auch tatsächlich welch zu finden. Wenn wir die Zukunft eher als Chance und weniger als Bedrohung sehen, ist das bereit der erste Schritt in die richtige Richtung.“ Besonnenheit, ein bisschen entspannten Nachdenken sind segensreich, damit wir auf der Flucht vor unseren Sorgen nicht aus Versehen Richtung Abgrund losrennen. Die gesamte Menschheitsgeschichte ist schließlich gespickt von Momenten, in denen disruptive Änderungswünsche über die Vernunft gesiegt haben. Verzweiflung trieb Suchende immer wieder in die Arme wirrer Propheten, brutaler Diktatoren, gewissenloser Populisten oder naiver Weltverbesserer. Aber den Untergang als unumkehrbare Sache zu betrachten, ist in Deutschland, in dem wir so frei, so gesund und so wohlhabend wie niemals zuvor leben, dann doch ziemlich idiotisch. Dirk Steffens ist einer der bekanntesten und renommiertesten Wissenschaftsjournalisten Deutschlands, spezialisiert auf Umwelt- und Naturthemen.

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Jeder kann die Zukunft durch eigene Entscheidungen mitgestalten

Florence Gaub empfiehlt in ihrem Buch „Szenario“ ihren Lesern, die Zukunft durch eigenen Entscheidungen mit zu gestalten. Diese haben zwar keine Exekutivgewalt, keine Truppen, keine Satellitenflotten. Aber was ihnen zur Verfügung steht, sind Muster, Daten, Erfahrung – und ein Gefühl für Dynamik. Florence Gaub betont: „Die Zukunft ist das Ergebnis von nachvollziehbaren Entwicklungen und Entscheidungen, nicht ein mystisches Zusammenspiel unergründlicher Mechanismen.“ Zu behaupten, was wisse genau, was da komme, ist so falsch die die Horoskope der Babylonier. Der einzige Weg, diese scheinbare Unordnung der Zukunft greifbarer zu machen, sind Szenarien, das Durchdenken von Handlungsketten und Dominoeffekten in alle Richtungen, von wahrscheinlich bis unwahrscheinlich, von wünschenswert bis katastrophal. Dr. Florence Gaub ist Politikwissenschaftlerin, Militärstrategin und Zukunftsforscherin. Sie leitet als Direktorin den Forschungsbereich am NATO Defense College in Rom.

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Die österreichische Küche besticht durch ihre kulinarische Vielfalt

In dem Buch „Die echte österreichische Küche“ präsentiert Irmtraud Weishaupt die besten Rezepte aus ganz Österreich. Die österreichische Küche ist berühmt für ihre Köstlichkeiten. Jedes Bundesland hat seine eigenen Schmankerl, zum Beispiel die beliebten Kärtner Kasnudeln oder das deftige Tiroler Gröstl. Über die Grenzen Österreichs hinaus sind vor allem das Wiener Schnitzel und der Kaiserschmarren bekannt. Auch aber traditionelle österreichische Hauptgerichte wie Tafelspitz, Gulasch und Co. werden im Ausland sehr geschätzt. Dieses Österreich-Kochbuch enthält zahlreiche Rezepte zwischen traditionellen und neuen Zubereitungsarten sowie durchaus auch innovativ angepassten Gerichten. Der thematische Bogen umspannt dabei sowohl köstliche Suppen als auch weithin bekannte beziehungsweise manchmal auch fast vergessene Hauptspeisen. Auch Beilagenklassiker wie Semmelknödel oder Kroketten und Salate haben ihre Weg in dieses Österreich-Kochbuch gefunden. Irmtraud Weishaupt ist Redakteurin und Lektorin im Leopold Stocker Verlag.

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Von der Liebe zur Welt scheint eine starke politische Kraft auszugehen

Die Nachrichtenlage ließ Daniel Schreiber jeden Tag von Neuem bestürzt zurück, fassungslos und traurig. Ihm war die Fähigkeit abhandengekommen, die Welt zu lieben. Und er wusste nicht, wie er den damit verbundenen Gefühlen von Ohnmacht und Lähmung begegnen konnte. Daniel Schreiber schreibt in seinem Buch „Liebe! Ein Aufruf“ folgendes: „Ein paar Wochen zuvor war ich bei der Lektüre von Hannah Arendts „Denktagebuch“ auf einen kurzen Eintrag gestoßen, der eine ähnliche Einsicht zum Ausdruck zu bringen schien. […] Am meisten faszinierten mich darin die wiederkehrenden Aufzeichnungen zum Wesen der Liebe und ihrer möglichen politischen Kraft.“ Von der Liebe und der Liebe zur Welt schien für Hannah Arendt eine grundlegende politische Kraft auszugehen, doch dieser Kraft begegnete sie mit großer Skepsis. Daniel Schreiber ist Schriftsteller. Mit seinen Texten hat er eine neue Form des literarischen Essays geprägt.

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Der Radikale unterscheidet sich vom Extremisten durch Selbstbeherrschung

Mirjam Schaub entwickelt in ihrem Buch „Radikalität und der Riss zwischen Theorie und Praxis“ eine unerhörte Kulturgeschichte, in der sie den Formen der Radikalität von der Antiken bis zur Gegenwart beschreibt. Die Autorin erklärt: „Radial ist, wer den Riss zwischen Theorie und Praxis nicht länger erträgt und anfängt, die von Aristoteles begründete, nötige Distanz zwischen beiden Größen einzureißen.“ Wer sich gegen die Theorie-Praxis-Lücke, gegen die symbolische Ordnung und gegen die eigene Selbsterhaltungsinteressen wendet, ist damit nur noch eine Wimpernschlag vom Extremisten entfernt. Der Radiale unterscheidet sich vom Extremisten jedoch durch die Selbstbeherrschung, einer selbst auferlegten Zurückhaltung, die es ihm erlaubt, das eigene Opfer an der Grenze des eigenen Lebens enden zu lassen. Mirjam Schaub ist Professorin für Kulturphilosophie und Ästhetik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.

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Beziehungen und nicht Kulturkreise treiben den historischen Wandel voran

Josephine Quinn erzählt in ihrem Buch „Der Westen“ eine Geschichte, die nicht im griechisch-römischen Mittelmeerraum beginnt und dann im Italien der Renaissance wieder auftaucht. Sondern sie folgt den Beziehungen zurück, durch die sich das, was heute der Westen genannt wird, aus der Bronzezeit bis zum Zeitalter der Entdeckungen entwickelt hat. Gerade weil Gesellschaften miteinander in Berührung kamen, sich vermischten und bisweilen wieder auseinanderentwickelten. Allgemeiner ausgedrückt möchte Josephine Quinn dafür plädieren, dass Beziehungen und nicht Kulturkreise den historischen Wandel vorantreiben. In ihrem Buch vertritt die Autorin die These, dass es nie eine einzigartige, reine westliche oder europäische Kultur gegeben hat. Die Werte, die wir heute westlich nennen – Freiheit, Rationalität, Gerechtigkeit und Toleranz –, sind nicht allein oder ursprünglich westlich. Josephine Quinn ist Professorin für Alte Geschichte an der Universität Cambridge.

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Die weltgeschichtliche Bedeutung des Kapitalismus ist nicht zu übersehen

Sven Beckert schreibt im Vorwort seines Buchs „Kapitalismus“: „Wir leben in einer Welt, die vom Kapitalismus geschaffen wurde. Die unaufhörliche Anhäufung von Kapital formt die Städte, in denen wir leben, bestimmt unsere Arbeitsweise, ermöglicht einer außerordentlich großen Zahl von Menschen ein zuvor nie dagewesenes Konsumniveau, beeinflusst unsere Politik, gestaltet die Landschaften um uns herum. Es ist unmöglich, die Erde zu betrachten und die weltgeschichtliche Bedeutung des Kapitalismus zu übersehen.“ Der Handel ist viel älter als der Kapitalismus, neu daran ist jedoch die Intensität der globalen Verknüpfungen, die der Kapitalismus hervorgebracht hat. Nämlich eine Weltwirtschaft. Man kann den Kapitalismus als die beste aller möglichen Welten feiern oder ihn für die von ihm verursachten Schäden verantwortlich machen und sein Ende herbeisehnen. Sven Beckert ist Laird Bell Professor für Geschichte an der Harvard Universität.

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Weise pflegen eine vorbildliche Beziehung zu ihren Mitmenschen

Otfried Höffe entwickelt in seinem neuen Buch „Die Kunst der Weisheit“ eine kleine Philosophie der Lebensklugheit. Bei der Weisheit handelt es sich um eine Höchstform des Wissens und des Könnens. Weise nennen wir Vorbilder für unser Leben oder Vorzeigepersonen sowie manchmal auf Fachleute. Nach dem stoischen Ideal ist weise, wer die Unbilden des Lebens mit Gelassenheit, sogar in Heiterkeit, wer sie mit „stoischem Gleichmut“ zu ertragen vermag. Diese Fähigkeit, selbst in den schlimmsten Widrigkeiten des Lebens seine Eigenständigkeit und Freiheit zu bewahren, wird ohne Frage auch heute noch als vorbildlich angesehen. Es braucht jedoch noch andere Vorzüge, um als Weiser zu gelten, insbesondere eine vorbildliche Beziehung zu den Mitmenschen. Otfried Höffe ist Professor em. für Philosophie an der Universität Tübingen und Leiter der dortige Forschungsstelle Politische Philosophie.

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Zukunftsangst ist zu einem bedeutenden Phänomen geworden

Die Geschichte gleicht einer Fieberkurve: Zeiten der Euphorie wechseln mit Phasen tiefer Krisen. Inmitten allgemeiner Nervosität, hervorgerufen durch Angst, Apathie und sich zuspitzender Konflikte, zeigt das Buch „Ökonomie der Angst“ von Oliver Rathkolb, wie wichtig es ist, einen kühlen Kopf zu bewahren und die Lektionen der Vergangenheit ernst zu nehmen, bevor sie sich wiederholen. Als sich Oliver Rathkolb mit den ersten Plänen für dieses Buch trug, dachte er noch, dass wir im Vergleich zur Zeit vor 1914 in einer vernünftigen und politisch kontrollierbaren neue Welt leben. Doch die Zeiten haben sich zum Schlechten hin gewendet. Es kam sogar noch schlimmer, als von Pessimisten prognostiziert. Russland hat sich zum Beispiel endgültig in eine brutale, aggressive Diktatur verwandelt. Oliver Rathkolb war langjähriger Vorstand und Professor des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien.

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In Deutschland herrscht ein geringes Vertrauen in die Meinungsfreiheit

Richard David Precht beantwortet in seinem neuen Buch „Angstzustand“ unter anderem die Frage, wie es sein kann, dass die Meinungsfreiheit in liberalen Gesellschaften, wie jener in Deutschland, schwindet. Im Jahr 2019 waren nur noch 45 Prozent, weniger als die Hälft der deutschen Bevölkerung, der Ansicht, ihre Meinung frei äußern zu können. Diese Zahl sank zuletzt weiter: im Jahr 2023 auf gerade einmal 40 Prozent. Ein derart geringes Vertrauen in die Meinungsfreiheit ist ein alarmierender Wert für eine liberale Demokratie. Deshalb ist es umso erstaunlicher, dass es so selten öffentlich als Problem herausgestellt wird. Völlig grundlos kann dieser Vertrauensverlust auf keinen Fall sein. Die Dynamik dieser Entwicklung kommt aus den liberalen Gesellschaften selbst. Das ist das Bestürzende. Richard David Precht ist Philosoph, Publizist und Autor. Er zählt zu den profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum.

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Der Mensch hat sich seine eigene Umwelt geschaffen

In seinem Buch „Mensch“ plädiert Josef H. Reichholf dafür, die Menschen so zu nehmen, wie sie sind, nicht wie sie sein sollen. Dann macht man sich keine falschen Hoffnungen. Die drei Kernthesen des Buches lauten: Erstens, dass es „den“ Menschen nicht gib. Zweitens, dass die Natur der Menschen wirkmächtiger ist als ihr Geist. Und drittens, dass die Gegenwart ohne die Vergangenheit nicht zu verstehen und daher die Zukunft auf längere Sicht nicht zu planen ist. Die Menschheit hat heute eine globale Verbreitung erreicht, wie keine andere vergleichbare Art von Lebewesen, von Bakterien und Viren abgesehen. Sie nimmt keine „ökologische“ Nische ein, sondern hat sich von der natürlichen Umwelt verselbstständigt, emanzipiert und sich eine eigene geschaffen. Prof. Dr. Josef H. Reichholf ist Evolutionsbiologe und war bis 2010 Leiter der Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatsammlung München und Professor für Ökologie und Naturschutz an der Technischen Universität München.

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Konrad Paul Liessmann entwickelt eine Philosophie der Krise

Konrad Paul Liessmann beschreibt in seinem neuen Buch „Was nun?“ die Omnipräsenz der Krise, die zu einem Merkmal unseres Lebens geworden ist, die uns jedoch vor ein großes Problem stellt: Die Krise ist die Unterbrechung des Alltags, nicht dessen Fortsetzung mit anderen Mitteln. Konrad Paul Liessmann stellt fest: „Eine Krise ist eine plötzlicher Veränderung, ein dramatischer Einschnitt, das Ende einer gewohnten Lebensform, ein Wendepunkt in einem Prozess, ohne dass klar würde, was nun kommen wird.“ Sie ist zudem eine Phase, in der sich die Dinge scheiden. Dass es in jeder Krise zentral um ein Urteil geht, ist bisher vielleicht unterschätzt worden. Damit ist die juristischen Sphäre des Krisenbegriffs berührt. In jeder Krise geht es auch um Recht und Unrecht, Schuld und Unschuld. Konrad Paul Liessmann ist Professor emeritus für Philosophie an der Universität Wien, Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist.

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Soziale Klassenunterschiede formen unser ganzes Leben

Hallo Sauer zeigt in seinem neuen Buch „Klasse“, was Klassenunterschiede sind, wie sie funktionieren und warum sie so schwer loszuwerden sind. Daneben erklärt er, wie man die „Logik sozialer Signale“ entschlüsseln kann, von denen jeder Mensch umgeben ist. Dabei wird klar: Soziale Klassenunterschiede und Statushierarchien haben einen viel fundamentaleren Einfluss auf unser Denken, unser Handeln und unsere gesamte Gesellschaft, als wir glauben. Hanno Sauer betont: „Sie durchdringen unsere Kultur und unsere Werte und formen unser ganzes Leben. Wenn wir unsere Gesellschaft verbessern wollen, müssen wir verstehen, wie sie funktioniert.“ Klasse ist eine sozial konstruierte Knappheit. Durch diese Knappheit entsteht eine Rangfolge – ein Oben und Unten. Die Position einer Person auf dieser Rangfolge entscheidet darüber, wie viel Prestige, Macht und Ressourcen sie erhält. Hanno Sauer ist Professor für Philosophie an der Universität Utrecht.

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Andreas Salcher gibt Antworten auf die Herausforderungen des Schulsystems

Das neue Buch „Das Beste für mein Kind“ von Andreas Salcher versteht sich als ein praxisorientierter Ratgeber für Eltern, die Antworten auf die vielen Herausforderungen des Schulsystems suchen. Dieses Buch erklärt Eltern, wie sie die Talente ihrer Kinder richtig fördern können. Andreas Salcher schreibt: „Für ein erfülltes Leben brauchen wir das Gefühl, dass unsere Talente wertvoll sind und anerkannt werden. Voraussetzung dafür ist, Begabungen richtig und rechtzeitig zu identifizieren. Gute Schulen und Lehrer unterstützen Kinder dabei, herauszufinden, worin sie wirklich gut sind.“ Vor allem Eltern können viel dazu beitragen, dass ihre Kinder auch unter schwierigen Bedingungen die Freude am Lernen nicht verlieren. Entscheidend ist vor allem die Wahl der richtigen Schule mit einem engagierten Direktor und einem motivierten Lehrerteam. Dr. Andreas Salcher kämpft seit vielen Jahren für bessere Schulen und individuelle Talentförderung. Der Bestsellerautor gilt mit über 250.00 verkauften Büchern als einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren Österreichs.

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Gehorsam ist ein Reizwort der deutschen Geschichte

Martin Wagner verfolgt in seinem Buch „Die Deutschen und der Gehorsam“ die Wandlungen des Gehorsamsbegriffs von der Aufklärung bis hin zu den Protesten der sogenannten Querdenker in der jüngsten Vergangenheit und schafft damit die Grundlage für eine historisch informierte Debatte über ein Reizwort der deutschen Geschichte. Die Frage des relativen Gehorsam oder Ungehorsams wurde ab einem bestimmten Zeitpunkt fester Bestandteil der Debatte darüber, was typisch deutsch sei. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts blieb der Gehorsam ein umstrittener Begriff, zu dem sich sowohl positive als auch negative Bezugsrahmen finden. Erst nach 1945 begann das Lob des Gehorsams gänzlich an den Rand des Diskurses zu rücken und das Stereotyp der gehorsamen Deutschen setzte sich endgültig durch. Martin Wagner ist Professor of German an der University of Calgary (Kanada).

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An Gleichgültigkeit in der Gesellschaft herrscht in der Gegenwart kein Mangel

In seinem neuen Buch „Stoische Gangarten“ betrachtet Helmut Lethen das stoische Denken neu. Gustave Flaubert führt uns eine stoische Gangart im 19. Jahrhundert vor. Was ist aus ihr im 20. und 21. Jahrhundert geworden? Am „nie versiegenden Vorrat an Gleichgültigkeit der Gesellschaft“, den Flaubert feststellt, herrscht in der Gegenwart kein Mangel. Helmut Lethen schreibt: „Ich empfinde nur, dass die Zukunft leer und drohend auf uns zukommt. Wir leben in einem Raum, in dem politische Paradoxe Handlungslähmung bewirken und Handlungslähmungen Paradoxe plausibel erscheinen lassen.“ Daher ist es schwer, eine Mitte zu finden. Die Erfindung einer Mitte wäre die Lösung des Rätsels, wie man heute noch Stoiker sein könnte. Helmut Lethen lehrte von 1977 bis 1996 an der Universität Utrecht, anschließend übernahm er den Lehrstuhl für Neueste Deutsche Literatur in Rostock.

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Es besteht immer die Gefahr des vorschnellen Urteils

Vorurteile, Vorannahmen und nur scher erschütterbare Überzeugungen bestimmen, was Menschen hören können. Es ist die Gefahr des sofortigen Bescheidwissens und des vorschnellen Urteils, das das neue Buch „Zuhören“ von Bernhard Pörksen in immer neuen Anläufen in drei Kapiteln umkreist. Zu Beginn skizziert der Autor die Konturen einer „Philosophie des Zuhörens“, diskutiert grundlegende Fragen und schildert eigene Motive und Erfahrungen. Es folgen detaillierte Beobachtungen, Illustrationen einer „Praxis des Zuhörens“, Versuche der Erweiterung der Wahrnehmung durch maximale Präzision, die Sichtbarmachung von Kontexten. Das Buch endet in der Gegenwart unserer Diskurse und einer Auseinandersetzung mit der „Politik des Zuhörens“. Der Kontext ist die Botschaft, das wird hier erneut deutlich. Bernhard Pörksen betont: „Ohne Kontext, ohne die Analyse einer je besonderen Situation können wir nicht zu einem gerechten Urteil gelangen und keine adäquate Position entdecken.“ Bernhard Pörksen ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen.

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Feigheit ist eine umfassende und vielschichtige Erscheinung

Das neue Buch von Heidi Kastner ist als ein Essay über die Feigheit zu verstehen beziehungsweise über diejenigen Aspekte dieses Phänomens, die bei der Autorin wiederkehrend Unbehagen auslösen. Feigheit ist eine umfassende und vielschichtige Erscheinung, welche die Menschheit vermutlich seit Anbeginn begleitet und durchgängig negativ bewertet wurde. Feigheit kann als Persönlichkeitseigenschaft oder als Phänomen verstanden werden, das sich nur in spezifischen Situationen manifestiert, und bezeichnet ein Verhalten, das aus einer Kombination von Emotionen und kognitiver Bewertung resultiert. Eine besonders negative und sanktionsintensive Bewertung der Feigheit findet sich immer dort, wo in einer Gesellschaft gemeinsame Moralvorstellungen herrschen und feiges Verhalten andere gefährdet oder einer Bedrohung aussetzt, die durch gemeinsame Anstrengung abgewehrt werden muss. Die Psychiaterin und Primärärztin für forensische Psychiatrie leitet am Neuromed Campus des Kepler Universitätsklinikums die Abteilung für Forensische Psychiatrie.

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Durch die Linse der Wahrheit blickt die Gesellschaft auf die Wirklichkeit

In seinem Buch „Ruinen der Wahrheit“ erzählt der niederländische Philosoph Rob Wijnberg die Geschichte, die zur gegenwärtigen Krise der Wahrheit geführt hat. Für den Autor geht es bei der Wahrheit nicht nur um den Unterschied zwischen Tatsache und Fiktion, ums Besserwissen und Danebenliegen. Rob Wijnberg betont: „Wahrheit ist viel mehr, nämlich die Linse, durch die eine ganze Gesellschaft auf die Wirklichkeit blickt.“ Wahrheit ist für Kollektive eine Kraft, die eine Welt eröffnet, Differenzen überbrückt oder vertieft und Menschen verbindet oder spaltet. Was die Liebe für den Menschen ist, ist die Wahrheit für die Menschheit. Wie die Liebe beschreibt die Wahrheit eine magnetische Kraft – eine Kraft, die uns anzieht und uns zusammenbringen kann; die Unterschiede überbrücken, Meinungen ändern und für ein tief empfundenes Verbundenheits- und Gemeinschaftsgefühl sorgen kann. Rob Wijnberg ist ein niederländischer Journalist sowie Autor philosophischer und medienkritischer Bücher.

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Judith Werner bietet philosophische Hilfe bei Gedankenschleifen an

Judith Werner schreibt in ihrem Buch „Besser grübeln“: „Wer konstant seinen Gedanken nachhängt – zumal, wenn es sich um Sorgen oder Ängste handelt – verbraucht jede Menge Energie. Die fehlt dann an anderer Stelle, vor allem, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen. Overthinking macht mürbe und ist kein erstrebenswerter Zustand.“ Der Alltag ist von großen und kleinen Entscheidungen geprägt und wenn dabei von der eigenen Grübelei ausgebremst wird, ist Stress vorprogrammiert. Was jedoch gegen einen simplen Grübelstopp spricht: Er funktioniert nicht. Auf der anderen Seite kann Overthinking echten Leidensdruck ausüben. Die Bandbreite, wie sich dieser gestaltet, ist vielfältig. Gerade Ablehnung – egal in welcher Form – schmerzt. Die Bewertung durch andere ist daher ein Kernelement von vielen Overthinking-Schleifen: Habe ich etwas Falsches gesagt? Wie habe ich es gesagt? Wie ist das bei der anderen Person angekommen? Dr. Judith Werner ist Publizistin und Philosophin.

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Ekstatische Gefühlszustände waren und sind allgegenwärtig

In ihrem Buch „Berauscht der Sinne beraubt“ folgt Racha Kirakosian der Bedeutung des Phänomens der Ekstase von der Antike bis in die Gegenwart. Sie vereint Religionsgeschichte, Kulturgeschichte und Medizin, um diesen facettenreichen Bestandteil des menschlichen Daseins zu beleuchten. Das wohl dominanteste Narrativ, das dem Image der Ekstase nachhaltig Schaden zugefügt hat, ist von einem spezifischen Denken der Aufklärung beeinflusst. Demnach geht Fortschritt in der Geschichte mit Rationalität einher, wohingegen Ekstase mit Bewusstseinszuständen wie Traum und Vision verbunden wird und damit als diametral entgegengesetzt zur Vernunft gilt. Racha Kirakosian stellt fest: „Die Vorstellung, dass spirituelle und ekstatische Momente rückständig und deswegen zu überwinden seien, prägt nach wie vor unser westliches Bild von dem, was geheimhin als Fortschritt gilt.“ Racha Kirakosian bekleidet eine Professur für Mediävistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

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