Wenn wir die vielen Länder auf der Erde betrachten, sehen wir nur in wenigen Staaten ausgedehnte Flächenreserven für die Menschheit. Ille C. Gebeshuber stellt fest: „In den meisten ist die Natur bereits von der menschlichen Außengrenze umgeben und wird so durch Straßen und Zäune systematisch eingeschnürt und oft auch durchschnitten.“ Viele werden meinen, das sei kein großes Problem, aber auch die Natur braucht zum Überleben eine Mindestfläche. Wenn zum Beispiel Straßen oder andere Barrieren Populationen in kleinen Räumen einschließen, führt dies dazu, dass die einzelnen Tierarten nicht ausreichend genetisch-fremde Partner finden. Inzucht stellt sich ein, die sich über mehrere Generationen so verstärkt, dass mit dem Aussterben von Arten gerechnet werden muss. Ille C. Gebeshuber ist Professorin für Physik an der Technischen Universität Wien.
Abholzung
Die Menschheit bewegt sich auf eine massive Krise zu
Ille C. Gebeshuber stellt fest: „Es steht außer Frage, dass die Menschheit sich auf eine massive Krise zubewegt. Während darüber gestritten wird, ob die Auswirkungen der Aktivitäten der Menschheit überhaupt signifikant genug sind, um Einfluss auch unser Klima und die Umwelt zu nehmen, sehen wir zu, wie große Flächen der Erde in Einöden verwandelt werden.“ Dies geschieht auf vielfältige Art und Weise, etwa durch Austrocknung, Überbauung, Abholzung oder Überfischung. Wie man den Zustand unserer Erde auch sehen mag, optimistisch oder pessimistisch, Fakt ist, dass die Bevölkerung immer weiter wächst und jeder Mensch eine ständige Verbesserung seines persönlichen Wohlstands anstrebt. Das bedeutet, dass immer größere Mengen an Nahrung und Rohstoffen beschafft werden müssen. Ille C. Gebeshuber ist Professorin für Physik an der Technischen Universität Wien.
Eine Lawine von Umweltproblemen kommt auf die Menschheit zu
Die Temperaturen steigen weltweit, ebenso die Meeresspiegel. Eisdecken schmelzen, und andere Arten kämpfen darum, sich an das verändernde Klima anzupassen. Hannah Ritchie ergänzt: „Eine ganze Lawine von Problemen kommt auf die Menschheit zu, seien es Überflutungen, Brände oder tödliche Hitzewellen. Den Bauern drohen Ernteeinbußen, Städte könnten überschwemmt werden.“ Und dahinter steckt vor allem ein: die vom Menschen verursachten Treibhausemissionen. Wir haben fossile Brennstoffe verbrannt, Wälder abgeholzt und Vieh für Energie und Nahrung gezüchtet – zweifelsohne wichtig für den menschlichen Fortschritt. Doch jetzt zahlt die Menschheit den Preis dafür in Form des einschneidenden Klimawandels. Würde man sich einzig und allein auf die Daten zur Entwicklung der CO2-Emissionen konzentrieren, könnte man meinen, wir machten überhaupt keine Fortschritte. Dr. Hannah Ritchie ist Senior Researcher im Programm für globale Entwicklung an der Universität Oxford.
Der Klimawandel verschärft die gesellschaftlichen Ungleichheiten
Friederike Otto beschreibt in ihrem Buch „Klimaungerechtigkeit“ wie der Klimawandel gesellschaftliche Ungleichheiten verschärft. Denn die Wohlhabenden sind nicht diejenigen, die am heftigsten von den Folgen ihres Verhaltens betroffen sind. Die Auswirkungen von Extremereignissen wie Hitzewellen in Kanada und Afrika oder Überschwemmungen in Pakistan haben die unterschiedlichsten Auswirkungen. Jedes Zehntel Grad globaler Erwärmung führt zu immer größeren Schäden und Verlusten. Aber wer diese spürt und wie, hängt nur zu einem ganz geringen Teil vom Wetter und Klima ab. Die Autorin weiß, was getan werden muss, um die Welt unter diesen neuen Vorzeichen zu einer gerechten zu machen. Friederike Otto forscht am Grantham Institute for Climate Chance zu Extremwetter und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft. Sie hat das neue Feld der Zuordnungswissenschaft – Attribution Science – mitentwickelt.