Als Alexander von Humboldt 1802 nur 400 Höhenmeter vor dem Gipfel des Chimborazo-Vulkans kehrtmachen muss, ist er so hoch geklettert wie kein Mensch vor ihm. Dirk Steffens und Fritz Habekuss schreiben: „Seine Schuhe sind zerschlissen, er schlottert in der Kälte, sein Zahnfleisch blutet. Die einheimischen Führer, die den verrückten Weißen unten noch ausgelacht hatten, sind lange vor ihm umgekehrt.“ Trotz klirrender Kälte und beißenden Windes hat er unterwegs alle paar hundert Meter angehalten, seine schweren und sperrigen Instrumente ausgepackt und Messungen durchgeführt. Den Luftdruck, die Temperatur, die Himmelsbläue, alles hat er notiert. In ihrem Buch „Über Leben“ erzählen der Moderator der Dokumentationsreihe „Terra X“ Dirk Steffens und Fritz Habekuss, der als Redakteur bei der „ZEIT“ arbeitet, von der Vielfalt der Natur und der Schönheit der Erde.
Alexander von Humboldt
Immanuel Kant interessiere sich keinesfalls nur für Philosophie
Eine äußerst bemerkenswerte Ansammlung von Universalgelehrten im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert fand sich in Deutschland, einer Kulturnation, die seinerzeit noch kein Nationalstaat war. Peter Burke nennt ein Beispiel: „Der Schweizer Albrecht von Haller, Professor für Medizin, Anatomie und Botanik in Göttingen, war auch als Literaturkritiker, Dichter und Romancier aktiv.“ Immanuel Kant könnte ebenfalls mit einbezogen werden, da sich seine Interessen keineswegs auf Philosophie beschränkten. Was man heute als Psychologie und Anthropologie bezeichnet – Disziplinen, zu denen er Beiträge lieferte – bildete zu seiner Zeit zwar noch einen Teil der Philosophie, doch Kant schrieb zudem über Kosmologie und physische Geographie. Sechzehn Jahre lehrte Peter Burke an der School of European Studies der University of Sussex. Im Jahr 1978 wechselte er als Professor für Kulturgeschichte nach Cambridge ans Emmanuel College.
Die Entschlüsselung des faszinierenden Rätsels Türkei
Die beiden Autoren Michael Bussmann und Gabriele Tröger heißen in ihrem Reiseführer „Türkei“ ihre Leser in einem Land zwischen Orient und Okzident willkommen, das vielschichtiger, aufregender und widersprüchlicher kaum sein kann. Sie schreiben: „Je nach Jahreszeit können Sie mit dem Kajak über tosende Flüsse rasen, idyllische Bergalmen erwandern, von Drei- und Viertausendern im Tiefschnee zu Tale carven, durch versunkene Städte tauchen oder mit dem Gleitschirm von Vulkanen starten und die Wolken küssen.“ Nach den üblichen Hintergrundinformationen über Land und Leute, beginnen die Autoren die Vorstellung der Reiseziele mit Thrakien, das weite Felder mit Sonnenblumen und Getreide prägen. Die Perle dieses Landstrichs ist Endirne mit seiner Selimiye-Moschee, einer der prächtigsten Gebetsstätten der Türkei, die im Jahr 2011 zum Welterbe der UNESCO ernannt wurde.
40 große Naturforscher aus Europa und Amerika
Der Herausgeber der Buchs „Die grossen Naturforscher“ Robert Huxley ist fest davon überzeugt, dass die heutigen Naturwissenschaften tief in der Schuld großer Männer und Frauen stehen, die sich in der Vergangenheit aufmachten, um die Welt zu erforschen. Forscher wie Alexander von Humboldt oder Charles Darwin revolutionierten das Wissen ihrer Zeit. Das Werk erzählt die Geschichte der Erforschung der Natur anhand des Lebens, der Beobachtungen und Entdeckungen von fast 40 dieser großen Naturforscher aus ganz Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Herausgeber Robert Huxley ist Leiter der botanischen Sammlung im Natural History Museum in London.
Der Romantiker und moderne Autor Heinrich Heine
Die Meinungen über Heinrich Heine sind geteilt: Für die einen ist er der größte Lyriker nach Johann Wolfgang von Goethe, einer der ganz großen Virtuosen der deutschen Sprache in Dichtung und Journalismus. Für die anderen bleibt und ist er eine zweifelhafte Figur: ein flatterhafter Spötter, ein charakterloser Erotomane, ein dubioser Nestbeschmutzer. Zu seinen engsten Freunden in seiner Kindheit zählte Josefa die Nichte des Düsseldorfer Scharfrichters und der „Hexe von Goch“, die den Kindern geheimnisvolle, längst vergessene Volkssagen und schaurige Totenlieder vorsang.
Die berühmtesten Frauen der Weltgeschichte
Die Historikern Dr. Barbara Beck präsentiert in ihrem Buch 51 Kurzbiografien von weltberühmten Frauen. Der Zeitrahmen, in dem die Heroinnen lebten, beginnt im 18. Jahrhundert und endet in der Gegenwart. Die Autorin wählte ihre Heldinnen mit dem Wunsch aus, Frauen aus den unterschiedlichsten Berufen und Lebensbereichen vorstellen zu können, um eine möglichst große Bandbreite abzudecken. In ihren Kurzbiografien stellt Beck unter anderen Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen, große Politikerinnen, Sportlerinnen, Spioninnen, Attentäterinnen und Hexen vor. Die erste Biografie des Buchs handelt von Anna Göldi, von der die wenigsten Leser schon einmal etwas gehört haben dürften. Sie war eine Schweizer Dienstmagd, die einem der letzten Hexenprozesse in Westeuropa zum Opfer fiel.