Ray Robertson nennt 15 Gründe am Leben zu bleiben

Den Tod kann man nicht vergessen und auch nicht wegdiskutieren. Ray Robertson rät in seinem Buch „Warum nicht? 15 Gründe doch am Leben zu bleiben, dass man den Tod einfach akzeptieren und dahin gehend nutzen sollte, die menschliche Glückseligkeit zu Lebzeiten zu erhöhen. Wenn man sich schmerzliche Wahrheiten eingesteht, sei es über den eigenen oder den Zustand der Welt, dann ist das laut Ray Robertson nur der erste Schritt beim Aufbau eines glücklichen Lebens, das diesen Namen wirklich verdient. In seinem neuen Buch beschreibt Roy Robertson in fünfzehn Essay die Dinge, die für ihn den Sinn des Lebens ausmachen. Dazu zählt er unter anderem wie nicht anders zu erwarten die Liebe, aber auch unerwartete wie die Einsamkeit und den Rausch. Ray Robertson, geboren 1966 in Ontario, zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Romanciers Kanadas. Er lebt in Toronto.

Die absolute und bedingungslose Liebe könnte etwas Heiliges sein

Sein Leben mit der Suche nach den Dingen zu verbringen, die es lebenswert machen, scheint Ray Robertson keine ganz schlechte Art, die Zeit totzuschlagen. Die erste Regel des Schreiben ist für ihn auch die erste Regel des Lebens: „Machen, nicht reden.“ In seinem Essay über die Liebe vermutet Ray Robertson, dass die echte absolute, bedingungslose Liebe etwas Heiliges sein könnte. Deshalb komme es nicht darauf an, wo sie herrührt und wie man sie gewinnt.

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Im Kapitel „Rausch“ preist Ray Robertson nicht ganz politisch korrekt das weiche Schmeicheln des Alkohols und die stimulierende Wirkung der Drogen. Rauschmittel halten seiner Meinung nach beides bereit, völlige Verwirrung und die Chance zur Erkenntnis. Bei den tiefer gehenden Freuden des Rausches denkt Ray Robertson an das Gefühl eins mit dem Universum zu sein, wozu die Empfindung gehört, dass alles irgendwie mit allem verbunden ist. Dies ist eine unbeschreibliche, aber dennoch greifbare Vermutung über die Schönheit und das Mysterium der Existenz.

Ein wahrer Freund ist eine Seele in zwei Körpern

In seinem Essay über die Freundschaft setzt Ray Robertson seiner Frau ein Denkmal. Dazu zitiert er zuerst William Shakespeare, der davon ausging, dass die meiste Freundschaft vorgetäuscht und die Liebe meistens Verrücktheit ist. Daher sei die Chance, dass beides gemeinsam in einer Person zusammentrifft praktisch gleich null. Ray Robertson schätzt sich daher überglücklich, dass seine Frau auch sein bester Freund ist. Er möchte, dass sie das ist, was Aristoteles einen wahren Freund nannte: „Eine Seele in zwei Körpern“.

Das letzte Kapitel handelt, wenig verwunderlich, vom Tod. Statt den Tod als Negation des Lebens zu sehen, der alles in ein ätzenden Licht taucht, könnten die Menschen ihn laut Ray Robertson auch als Ansporn verstehen, als etwas, das ihnen hilft, mehr zu arbeiten und zu tun, langsamer zu gehen, freier zu lieben und weniger zurückhaltend zu leben. Er zitiert Friedrich Nietzsche, der gesagt hat: „Die sichere Perspektive des Todes könnte uns das Leben mit einem wertvollen Schuss Leichtigkeit versüßen.“

Warum nicht?
15 Gründe doch am Leben zu bleiben
Ray Robertson
Verlag: Diederichs
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten, Auflage: 2012
ISBN: 978-3-424-35079-1,  17,99 Euro
Von Hans Klumbies