In Bayern gab es schon immer großartige Menschen

Das Thema des Buchs „Große Gestalten der bayerischen Geschichte“ fasst die Vorträge einer gleichnamigen Ringvorlesung an der Ludwig-Maximilians-Universität München zusammen. Die Herausgeberin Katharina Weigand weist in ihrer Einleitung darauf hin, dass die 25 Gestalten der bayerischen Geschichte, die in diesem Buch vorgestellt werden, keine Persönlichkeiten sind, die einzig und allein kritiklose Bewunderung hervorrufen würden. Stattdessen soll der Band Anlass zum eigenen Nachdenken, Anlass zum Nachfragen und Anlass zum Weiterlesen bieten. Über die Auswahl der Menschen schreibt Katharina Weigand: „Am Ende ergab sich eine Mischung, bei der sowohl der frühmittelalterliche Bischof, diverse Künstler, eine bayerische Prinzessin, die zur Kaiserin aufstieg, der Kanzler des Wirtschaftswunders und auf diese Weise auch die verschiedenen Epochen der bayerischen Geschichte vertreten sind.

Albrecht Dürer gilt als Wegbereiter der deutschen Renaissance

Das Buch spannt einen großen Bogen über die bayerische Geschichte, angefangen bei Arn von Salzburg, der von circa 740 bis 821 lebte, bis hin zu Franz Josef Strauß (1915 bis 1988). Zu den ganz großen Bayern zählt auch ohne Zweifel das Nürnberger Malergenie Albrecht Dürer (1471 bis 1528). Reinhold Baumstark schreibt über ihn: „Als Wegbereiter der deutschen Renaissance führte er zugleich deren höchste Ausprägung herbei, zerschlug er als erster die Fesseln handwerklicher Eingrenzung und Enge, erkämpfte er sich damit die Freiheit seiner Kunst, die ihn – im Gegensatz zum Begriff des Malers, des Bildhauers, des Baumeisters als Handwerker – erstmals im modernen Sinn des Wortes zu einem Künstler werden ließ.“

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In seinen Ausführungen über Oskar von Miller berichtet Wilhelm Füßl davon, dass dieser keine unkomplizierte Persönlichkeit war, sondern eher die Züge eines kleinen Despoten zeigte, der kaum Widerspruch duldete und den einzuschlagenden Weg vorgab. Der Schöpfer des weltberühmten Deutschen Museum in München, war ein Mensch, der es verstand, Projekte in großem Stil zu denken. Bei der Errichtung des Deutschen Museums ging es Oskar von Miller vor allem um die Bildung der Museumsbesucher sowie die Aufwertung der technischen Kultur.

Lena Christ erinnert sich an ihr Leben als das einer Überflüssigen

Auch die Schriftstellerin Lena Christ (1881 bis 1920) reiht sich unter die großen der bayerischen Geschichte ein. Reinhard Wittmann zählt ihr Buch „Erinnerungen einer Überflüssigen“ zu einem Hauptwerk nicht nur allein der bayerischen, sondern der gesamten deutschen autobiographischen Literatur. Reinhard Wittmann ergänzt: „Was diesen Erinnerungen über die Thematik hinaus aber literarische Dimension verleiht und den Leser unfehlbar in ihren Bann zieht, ist ihr nüchtern berichtender Ton, mit einer „Aufrichtigkeit, die an Grausamkeit grenzt“ – so Hofmiller –, fern von Wehleidigkeit oder Selbstmitleid.“

Zu den großen Politikern, von denen Bayern nicht wenige hervorgebracht hat, zählt ohne Zweifel Wilhelm Hoegner (1887 bis 1980). Er war der erste bayerische Ministerpräsident nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Sozialdemokrat trat immer ein für Gerechtigkeit und Recht. In seinen Erinnerungen schreibt Wilhelm Hoegner: „Zum Politiker bin ich in früher Jugend geprägt worden. Anlagen dafür waren ein empfindsames, ja empfindliches Gemüt und eine angeborene Leidenschaft für Gerechtigkeit.

Neben den schon Genannten zählt das Buch folgende Menschen zu den großen Gestalten der bayerischen Geschichte: Gisela von Bayern, Otto von Freising, Walther von der Vogelweide, Albertus Magnus, Veit Stoß, Johannes Aventinus, Leonhard von Eck, Orlando di Lasso, Julius Echter von Mespelbrunn, Cosmas Damian und Egid Quirin Asam, Wiguläus von Kreittmayr, Johann Michael von Sailer, Elisabeth von Bayern, Georg von Hertling, Heinrich Held, Michael von Faulhaber, Franz Marc, Carl Orff und Ludwig Erhard.

Große Gestalten der bayerischen Geschichte
Katharina Weigand (Hg.)
Verlag: Herbert Utz
Gebundene Ausgabe: 596 Seiten, Auflage: 2012
ISBN: 978-3-8316-0949-9,  26,80 Euro
Von Hans Klumbies