Holger Volland kennt die kreative Macht der Maschinen

Holger Volland beschreibt in seinem neuen Buch „Die kreative Macht der Maschinen“ wie sich die „Künstliche Intelligenz“ (KI) bereits in das Leben der Menschen und ihrer Kultur eingeschlichen hat – und was sie mit ihnen macht. Dabei beantwortet der Autor unter anderem folgende Fragen: Wo profitiert der Mensch von kreativen Maschinen? Wo lauern auf das Individuum Gefahren? Und was kann man tun, um Herr im digitalen Haus zu bleiben? Denn eines steht fest: Immer klügere Algorithmen beeinflussen, wen man liebt, welche Nachrichten man liest und ob man einen Kredit bekommt. Algorithmen haben sich scheinbar zu wahren Alleskönnern entwickelt, da die technischen Fortschritte von Künstlicher Intelligenz atemberaubend sind. Der Informationswissenschaftler Holger Volland lehrte an der Hochschule Wismar Gestaltung und kuratierte große Ausstellungen der Gegenwartskunst in Argentinien und Deutschland.

Eine „starke KI“ existiert zurzeit nur in der Theorie

Zuerst erklärt Holger Volland natürlich, was Künstliche Intelligenz überhaupt ist: „Als solche bezeichnet man ganz allgemein alle Technologien, die im Zusammenhang mit bislang dem Menschen vorbehaltenen intelligenten Leistungen verwendet werden. Dazu gehört etwas das autonome Lernen, die Erkennung von Mustern, die Robotik, die Verarbeitung natürlicher Sprache oder das Übersetzen.“ Man unterscheidet dabei „starke KI“ und „schwache KI“: Erstere definiert Maschinen, die im Grunde zu allen geistigen Leistungen fähig sind, die auch ein Mensch beherrscht; sie existiert zurzeit nur in der Theorie.

Denn alle bislang vorhandene KI sind „schwach“ in dem Sinne, dass sie nur einzelne Fachgebiete beherrschen, etwa Texte oder Bildinhalte erkennen oder Rembrandts kopieren. Diese beschränkten Fähigkeiten allerdings beherrschen sie oft deutlich besser als ein Mensch. Unglaubliche Entwicklungen gibt es etwa in der Medizin oder bei der Automatisierung in der Produktion. Gleichzeitig haben viele Menschen Angst um ihre Jobs, denn es kursieren unterschiedliche Studien, die bis zu 70 Prozent der menschlichen Arbeitskraft zukünftig in den künstlichen Händen von Robotern sehen.

Selbst die klügsten Algorithmen werden geniale Menschen niemals ersetzen können

Auf die Frage, ob man in Zukunft Maschinen Persönlichkeit beibringen kann, antwortet Marc Stephen von der Firma Botanic: „Das Design von Künstlicher Intelligenz Persönlichkeiten wird in der Zukunft so verbreitet sein wie Webdesign.“ Der Unternehmer glaubt daran, dass gut gemachte digitale Persönlichkeiten das Vertrauen von Kunden gewinnen und Nutzer emotional an sich binden können. Seiner Meinung nach hängt davon entscheidend ab, ob man Maschinen in seinem Leben überhaupt akzeptiert: „Eine erfolgreiche Interaktion zwischen KI und Mensch ist eher ein kulturelles als ein technisches Problem.“

Bei aller Orientierung auf eine Zukunft voller smarter Technologien, darf man jedoch eines nicht vergessen: Die Menschheit hat es nur so weit gebracht, weil die Menschen über genügend Intelligenz verfügen. Bahnbrechende Veränderungen wurden oft ausgelöst durch Nonkonformisten und Menschen, die um die Ecke gedacht haben. Holger Volland zieht folgendes Fazit: „Selbst die klügsten Algorithmen werden vermutlich nie solche weltbewegenden kreativen Ideen hervorbringen wie Pablo Picasso, Steve Jobs, Björg oder der unvergleichliche Beethoven.“

Die kreative Macht der Maschinen
Warum künstliche Intelligenzen bestimmen, was wir morgen fühlen und denken
Holger Volland
Verlag: Beltz
Gebundene Ausgabe: 253 Seiten, Auflage: 2018
ISBN: 978-3-407-86509-0, 19,95 Euro

Von Hans Klumbies

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