Über den Kaffee existieren immer noch viele Vorurteile

Dem Kaffee, dem Lieblingsgetränk der Deutschen, hängt zu Unrecht ein schlechter Ruf an, denn er schützt sogar vor vielen Krankheiten. Immer noch kursieren in Deutschland viele Vorurteile über das beliebte Frühstücksgetränk. Eines davon lautet, dass Kaffee viel mehr Koffein enthalten würde als Tee. Bei einer gleichen Menge enthalten Teeblätter dreimal mehr  von dem anregenden Alkaloid als Kaffeebohnen. Unter Wissenschaftlern ist sogar umstritten, ob Kaffee unmittelbar anregend wirkt, denn die wesentliche Wirkung des Getränks besteht darin, dass es den körpereigenen Stoff Adenosin blockiert. Dieser hemmt wiederum die Ausschüttung anregender Neurotransmitter wie Dopamin und Adrenalin.

Eine Tasse Kaffee vor der Nachtruhe kann das Einschlafen fördern

Wenn das Koffein also das Adenosin hemmt, kursieren mehr anregende Hirnbotenstoffe im Körper, was zur Folge hat, dass ein Mensch sich wacher fühlt. Auf der anderen Seite vergrößern aber diese Substanzen den Querschnitt der Blutgefäße und Atemwege, was in der Regel noch schneller abläuft als der Wachmachereffekt. So senkt der Kaffee zunächst also den Blutdruck und die Atemfrequenz und wirkt beruhigend auf viele Menschen. Erst 15 bis 20 Minuten später setzt der Kaffee das Gehirn unter höchste Spannung. Dieser Effekt bewirkt es auch, dass eine Tasse Kaffee vor der Nachtruhe tatsächlich das Einschlafen fördern kann.

Wer gerne Kaffee trinkt, braucht sich in der Regel nicht vor Sodbrennen zu fürchten. So mobilisiert Koffein zwar den Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre, was aber nur bei einem leeren Magen von Bedeutung ist, wie eine holländische Studie belegt. Wird der Kaffee hingegen zum Frühstücksbrötchen oder zum Nachmittagskuchen getrunken, besteht kein zusätzliches Risiko einer Sodbrand-Attacke. Wer ganz auf der sicheren Seite sein möchte, sollte Espresso trinken, da dessen Bohnen durch die längere Röstzeit einen Großteil ihrer Reizstoffe verloren haben.

Kaffee ist kein Flüssigkeitsräuber

Ebenfalls überholt ist das Vorurteil, dass Kaffee durch verstärkten Harntrieb den Körper sozusagen entwässere. Dies bestätigt der Ernährungsmediziner Olaf Adam von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Er fällt folgendes Urteil: „Kaffee ist ein wichtiger Teil der täglichen Gesamt-Wasserzufuhr. In der Flüssigkeitsbilanz kann er in der Regel so wie jedes andere Getränk behandelt werden. Die Geschichte vom Kaffee als Flüssigkeitsräuber beruht auf einem Irrtum, sie ist eine Mär.“

Laut einer deutschen Studie, bei der europaweit die Daten von fast 520.000 Menschen ausgewertet wurden, gibt es durch den Kaffeegenuss keinen negativen Einfluss auf Herz und Kreislauf, noch ein gesteigertes Krebsrisiko. Umgekehrt reduzieren mehr als vier Tassen Kaffee offenbar das Risiko an Diabetes zu erkranken, und zwar um 23 Prozent. Studienleiterin Anna Flögel vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung rät: „Wer Kaffee gut verträgt und ihn gern trinkt, sollte dies auch weiterhin tun.“

Von Hans Klumbies

 

Ein Gedanke zu „Über den Kaffee existieren immer noch viele Vorurteile

  • 3. Juli 2013 um 14:16
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    Habe mir gedacht das Augen mit dem Zustand der Seele was zu tun haben, warum weinen wir sonst als Ausdruck von Schmerz oder Freude. Gute, neue Erkenntnisse gewonnen, dank dieses Berichtes. Überhaupt eine gute Seite

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