Paul R. Ehrlich warnt vor der Bevölkerungsexplosion

Seit ein paar Tagen gibt es auf der Erde sieben Milliarden Menschen und es werden stündlich mehr. Der amerikanische Biologieprofessor Paul R. Ehrlich forscht seit mehr als drei Jahrzehnten über die Folgen der Bevölkerungsexplosion. Er sagt: „Die wissenschaftliche Debatte dreht sich nicht mehr darum, ob wir mehr Menschen ernähren können, sondern wie wir den Kollaps der Zivilisation verhindern. Paul R. Ehrlich rechnet vor, dass seit 1968, als er sein Buch „Die Bevölkerungsbombe“ veröffentlichte, weltweit 200 Millionen Menschen verhungert sind. Inzwischen hungert 1 Milliarde Menschen, drei Milliarden leben von weniger als zwei Dollar am Tag. Das Bevölkerungswachstum ist dennoch noch lange nicht zu Ende. Paul R. Ehrlich ist Professor für Biologie an der amerikanischen Universität Stanford.

Jedes reiche Land sollte seine Bevölkerungszahl verringern

Auf die Frage, wie viele Menschen der Planet Erde verträgt, antwortet Paul R. Ehrlich: „Wenn wir wie Käfighühner auf minimalem Raum mit minimaler Nahrung leben wollen, dann kann man eventuell sieben Milliarden Menschen auf Dauer ernähren.“ Doch die Menschheit ist gerade dabei ihr natürliches Kapital zu vernichten, nämlich seine Anbauflächen, die Biodiversität und das fossile Grundwasser. Obwohl Paul R. Ehrlich alles andere als ein Schwarzmaler ist, glaubt er, dass nach dem Ende des Ölzeitalters die Weltbevölkerung auf etwa eine Milliarde Menschen schrumpfen könnte.

Laut Paul R. Ehrlich beträgt die optimale Bevölkerungsgröße für die Erde bei rund 1,5 Milliarden Menschen, aber nur wenn die Menschheit sich vernünftig verhält. Er erklärt: „Wenn wir Krieg um Öl und Nahrungsmittel führen, dann kann die Zahl der Menschen schnell unter eine Milliarde fallen.“ Paul R. Ehrlich teilt nicht die Sorge der deutschen Politiker vor weniger Deutschen. Er sagt: „Das halten nur solche Politiker für ein Problem, die keinerlei Ahnung davon haben, wie die Welt funktioniert. Die Sorgen sind in jeder Hinsicht unbegründet. Eigentlich sollte jedes reiche Land bemüht sein zu schrumpfen.“

Konsumverzicht schützt die Lebensgrundlagen der Zukunft

Paul R. Ehrlich klagt darüber, dass die wichtigen Fragen der Menschheit von der Öffentlichkeit total ignoriert werden, vor allem in den Medien Amerikas. Der Biologe erklärt: „Nirgends wird darüber diskutiert, dass mehr Menschen auch mehr klimaschädliche Gase produzieren. Das Bildungssystem der USA ist kaputt, und es gibt viele Lobbyisten, die dafür bezahlt werden, dass sie Zweifel am Klimawandel säen.“ Eines der zentralen Themen wäre der Konsumverzicht. Dabei hätte er nur Vorteile, denn wer weniger konsumiert hilft nicht nur sich selbst, sondern schützt zudem seine künftigen Lebensgrundlagen.

Für Paul R. Ehrlich bedeutet dies, dass die Industrienationen ihr gesamtes Wirtschaftssystem umstellen müssten. Wie die Nachkriegszeit bewiesen hat, lässt sich ein Konsummuster sehr schnell ändern. Streng kritisiert der Wissenschaftler die Vertreter eines ewigen Wachstums: „Wer glaubt, dass die Wirtschaft ewig weiterwachsen kann, ist entweder verrückt oder Volkswirt.“ Die Chance, dass die westliche Zivilisation dieses Jahrhundert übersteht, beträgt seiner Meinung nach so um die zehn Prozent. Er nennt den Grund: „Wir sind auf dem falschen Kurs, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass wir ihn ändern.“

Von Hans Klumbies

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