Die Liebe hat unzählige Facetten und kulturelle Ausformungen

Es gibt Menschen, die pflegen eine Liebe zur Philosophie, andere lieben die Künste, viele „schwärmen“ gerne, und dieses Schwärmen ist ein Echo ihrer Liebesfähigkeit. Matthias Horx nennt Beispiele: „Wir „lieben“ Wiener Schnitzel oder Sonnenuntergänge am Meer, unsere Fußball-Lieblingsmannschaft oder echte Spaghetti Bolognese, die von Tim Mälzer.“ In allen Aspekten von Resonanz, die Menschen zu ihrer Umwelt entwickeln, kann sich Liebe zeigen. Menschliche Liebe und Verbundenheit hat unzählige Facetten und kulturelle Ausformungen. Das griechische Wort „Eros“ zum Beispiel steht für die Anziehung, die Lust, das Begehren. In der griechischen „Liebesphilosophie“ ist Eros das kosmische Elementarprinzip – als Kraft und Quelle alles Lebenden und Lebendigkeit. Oder Mania, die Besessenheit, die Abhängigkeit, die Unbedingtheit, die bis zur Enthemmung geht: Wenn Liebe zur – meist einseitigen – Obsession wird, zerstört sie sich selbst. Matthias Horx ist der profilierteste Zukunftsdenker im deutschsprachigen Raum.

„Philia“ und „Storge“ stehen für Zuneigung und besondere Verbundenheit

Andererseits führt die Liebe auch in die Transzendenz. Der christliche Mystiker Giordano Bruno spricht von den „heroischen Leidenschaften“, in denen sich die nie stillbare Sehnsucht in reine Gottesliebe verwandelt. „Philia“ und „Storge“: Diese beiden griechischen Wörter stehen für Freundschaft, Zuneigung und besondere Verbundenheit durch gemeinsame Geschichte und seelische Empathie. Sie kann zwischen Liebes- und Ehepartnern existieren (Philia) und in familiären Beziehungen zwischen Kindern und Eltern (Storge).

Matthias Horx fügt hinzu: „Auch innerhalb von Menschengruppen „gemeinsamen Geistes“ oder sogar von Menschen zu Tieren gibt es diese nicht von körperlichen Begehren bestimmte Liebe. „Storge“-Freundschaft bedeutet gegenseitiges Kümmern, das über bloße Sympathie hinausgeht, den Dopaminrausch aber nicht braucht, sondern eher in (oxytocinhaltiger) Zuneigung besteht.“ Der Begriff der Sympathie spielt hier eine große Rolle – und die Schaffung von Vertrauen durch gegenseitiges Erkennen, Beobachten und Helfen.

Im Flirt wird Liebe „auf Distanz“ gestellt

Ludus, das Spiel: der Flirt, das amouröse Theater, das Necken … Im Flirt wird Liebe „auf Distanz“ gestellt, bestritten und gleichzeitig gekostet und gerade deshalb geschürt und lebendig gehalten. Formen der neckenden Erotik, des Posierens spiegeln sich immer schon in kulturellen Kunstformen wie Ballett, Tanz, Travestie, Operette. Matthias Horx ergänzt: „Das Internet gibt diesem Spiel nun eine gigantische Bühne, auf der immer neue Verlockungen und Verheißungen zu haben sind. In der neuen urbanen „Gourmet-Erotik“ wird das ewige erotische Spiel immer weiter differenziert.

„Agape“: die Aufopferung, die dienende Zuneigung, die spirituelle Bindung … Wer auf diese Art und Weise liebt, ohne eigene Erregung zu erwarten, wer sein Ego transzendiert, bei dem wird Liebe zur uneigennützigen Hingabe. Matthias Horx erklärt: „Die Schwäche anderer heilt uns, indem sie unsere Empathie leuchten lässt. Im religiösen Kontext verbindet sich mit Agape die selbstlose Liebe, die göttliche Liebe, die das Leid der Welt überwindet. […] In der Agape widerlegen wir das darwinistische Theorem von der Ausrottung der Schwachen.“ Quelle: „Future Love“ von Matthias Horx

Von Hans Klumbies

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.