Ein gesunder Optimismus ist für viele Erfolge verantwortlich

Ohne die richtige Einstellung entstehen kein Optimismus und kein Erfolg. Optimisten sind in puncto Einstellung die Meister der positiven Attribution, indem sie den Grund für Erfolge bei sich suchen und meistens auch finden, Misserfolge aber eher anderen zuschreiben. Jens Weidner fügt hinzu: „Pessimisten haben diese Fähigkeit nicht und manchen von ihnen mangelt es sogar an der Fähigkeit zur strategischen Antizipation. Sie denken einfach nicht weit genug.“ Denkfaulheit hat immer ihren Preis und die falsche Einstellung kann die eigene Karriere ausbremsen. Die richtige Einstellung treibt dagegen an wie ein Turbo. Optimisten wissen das und viele von ihnen trennen deswegen zwischen Beruflichem und Privatem. Sie können im Job hart sein, bevorzugen im Privaten aber Nachgiebigkeit, wenn es den Kindern, den Partnern und der Familie dient. Jens Weidner ist Professor für Erziehungswissenschaften und Kriminologie.

Vorurteile kränken und fördern den Pessimismus

Im Job ist Optimisten Harmonie weniger wichtig, vor allem wenn sie der Erreichung wichtiger Ziele im Wege steht. Privat sind sie Gutmenschen, beruflich wenn nötig ein gut gelaunter Mephisto. Optimisten haben Ziele und die richtige Einstellung, diese zu erreichen. Sie glauben an sich, auch wenn andere an ihnen zweifeln. Natürlich können Pessimisten jammern, dass diese Welt zu klein ist, demnächst zehn Milliarden Menschen zu ernähren. Oder man kann eine Lösung dafür suchen. Träume und ihre Realisierung – das sind die positiven Seiten der kognitiven Kraft.

Die Ausbildung von Vorurteilen gehört zur negativen Seite. Vorurteile kränken, fördern Pessimismus und können bei der Bewertung von Geschäftspartnern und Kunden in die Irre führen. Falsche kognitive Einschätzungen haben meist üble Konsequenzen, weswegen Optimisten ihre Vorurteile im inneren Monolog reflektieren, um nicht ein Fettnäpfchen zu treten, denn dort fühlt sich nur der Pessimist wohl. Für das Berufsleben ist der innere Monolog eine Kernkompetenz, die man beherrschen sollte.

Das Abwägen fördert einen positiven Pragmatismus

Optimisten prüfen ihre Einstellungen und fragen Vertraute, ob sie damit richtig liegen. Sie falsifizieren und verifizieren, bevor sie handeln, um nicht hinterher blöd dazustehen. In der Geschäftswelt wird fehlende Reflexion oftmals durch Intuition ersetzt, sagt Daniel Kahneman. Das kann gut gehen, muss es aber nicht. Optimisten sind sich dieser Gefahr bewusst, wenn sie zwischen Chance und Wagnis abwägen und im Zweifelsfall eher der Hoffnung als dem Zweifel eine Chance geben.

Dieses mühselige Abwägen gehört zum Kern des Sekundären Optimismus, der seinen Anteil am dauerhaften Erfolg im deutschsprachigen Raum hat. Das Abwägen reduziert die Gefahr der Verzerrung der Wahrnehmung, es fördert einen positiven Pragmatismus. Mit Daniel Kahneman hat dieses Vorgehen einen berühmten Fürsprecher. Verzerrte Entscheidungen können ruinös sein, egal ob es dabei um Verhandlungs- oder Investitionsentscheidungen geht. Auf dem Weg zum Optimisten sind zwei weitere Einstellungsmerkmale von großer Wichtigkeit, nämlich das richtige Maß an Egozentrik und die persönliche Moral. Quelle: „Optimismus“ von Jens Weidner

Von Hans Klumbies

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