John Ray beschreibt 18.000 Pflanzen

Die Gelehrsamkeit aus Büchern überzeugte den Naturkundler John Ray nicht. Er wollte die Dinge der Natur selbst untersuchen. Sein besonderes Interesse galt dabei den Pflanzen. Er war davon überzeugt, dass die Vielfalt der Natur kein bloßes Ergebnis des Zufalls sein kann. John Ray wirkte als Lehrer am Trinity College, wobei er nebenbei naturwissenschaftliche Studien treiben konnte und einen kleinen botanischen Garten einrichtete. 1660 veröffentlichte er das Buch „The Catalogue of Cambridge Plants“, in dem er 670 Arten der heimischen Pflanzenwelt beschrieb.

Das Konzept der Arten von John Ray

John Rays wissenschaftliche Arbeiten beschäftigten sich vor allem mit der Botanik und der Klassifikation der Pflanzen. Er konzentrierte sich darauf, durch Beobachtung und Experimente ein genaueres Verständnis von der Struktur und der Biologie der Pflanzen zu gewinnen. Durch das Zerlegen von Pflanzensamen stellte er fest, dass sie sich in zwei Hauptgruppen aufteilen lassen, in die Einkeimblättrigen und die Zweikeimblättrigen.

Das Konzept der Arten war John Rays herausragende wissenschaftliche Leistung als Naturforscher. Er definierte die Art als Gruppe individueller Lebewesen mit einer Anzahl gemeinsamer charakteristischer Merkmale, die in der nächsten Generation erhalten bleiben. Der Wissenschaftler war der Ansicht, dass wenn man möglichst viele Merkmale für die Klassifizierung heranzöge, sich eine natürliche Gruppierung ergeben würde. Seine Forschungsergebnisse veröffentlichte er 1682 in dem Werk „New Method of Plants“. Das Buch wurde als die erste brauchbare Klassifikation der Pflanzen genannt.

Der Aufbau, die Fortpflanzung und die Ernährung der Pflanzen

John Rays Hauptwerk, die „History of Plants“ erschien in drei Teilen in den Jahren 1686, 1688 und 1704. Darin beschrieb er alle Pflanzen, die zur damaligen Zeit bekannt waren, die sowohl aus seinen eigenen Sammlungen als auch aus denen seiner Freude stammten. Er unterteilte mehr als 18.000 Arten in 125 Gruppen. Das Werk war zudem ein botanisches Lehrbuch, in dem John Ray seine Experimente zu Aufbau, Fortpflanzung und Ernährung der Pflanzen beschrieb.

Um 1690 herum wandte sich John Ray auch der Zoologie, der Geologie sowie der Religion zu. Er zählt zu den Pionieren der Geologie in Großbritannien. Den großen Naturforscher Nikolaus Steno hatte er in Frankreich getroffen und wie dieser hielt er Fossilien für die Überreste lebender Organismen. Er ging davon aus, dass die Fossilien ursprünglich die Schalen und Knochen im Meer lebender Fische und anderer Tiere seien.

Kurzbiographie: John Ray

John Ray wurde 1627 in Black Notley, Essex, geboren. Ein Stipendium ermöglichte ihm den Besuch des St. Catherine´s College in Cambridge. Einen akademischen Grad erwarb er am Trinitiy College, an dem er auch als Hochschullehrer unterrichtete. In den Jahren 1663 bis 1666 reiste er mit zwei Freunden nach Belgien, Holland, Deutschland, Italien und Frankreich, wo sie Pflanzen und Tiere sammelten und beschrieben. 1667 wurde John Ray in die Royal Society aufgenommen. Die letzte Zeit seines Lebens verbrachte er wieder in seinem Geburtsort, wo er 1705 starb.

Von Hans Klumbies

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