Wolfgang Schmidbauer kämpft gegen den Konsumismus

Wolfgang Schmidbauer behauptet in seinem neuen Buch „Das Floß der Medusa“, dass die Häufung der gegenwärtigen Krisen ohne Vorbild in der Geschichte sei. Er zählt dazu den Klimawandel, die Energiekrise, das Chaos in der Geldwirtschaft, den weltweiten Terror sowie das Elend des Millionenheers von Flüchtlingen. Wolfgang Schmidbauer kritisiert, dass die Regierungen der Welt noch immer an der Illusion des grenzenlosen Wachstums festhalten, obwohl es auf der Erde überall lichterloh brennt. Der Autor ist fest davon überzeugt, dass die Menschen sich in den nächsten Jahren in einem bisher noch kaum vorstellbaren Maß, nicht nur mit Katastrophen und Krisen, sondern mit Transformationen beschäftigen müssen. Wolfgang Schmidbauer schlägt vor: „Um in Zukunft sicher zu überleben, müssen die Menschen Gruppen bilden, gemeinsam lernen, neue Allmenden organisieren und verschüttete Begabungen fördern. Wolfgang Schmidbauer arbeitet neben seiner schriftstellerischen Arbeit auch als Lehranalytiker und Paartherapeut in München.

Die Stabilität der globalisierten Welt ist in großer Gefahr

Die Menschen der Moderne sind derart von Gefahren umgeben, dass diese zuerst grundsätzlich verdrängt und später nur widerwillig eingestanden werden. Eine dieser Gefahren betrifft laut Wolfgang Schmidbauer die Stabilität der Welt, in der die globalisierte Wirtschaft herrscht. Der Autor warnt davor, dass diese Struktur instabil geworden ist und deshalb in der bisherigen Form nicht weiterbestehen kann. Wenn sie sich nicht ändert, steuert sie unweigerlich auf einen Systemabsturz zu.

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Den Titel für sein Buch hat Wolfgang Schmidbauer deshalb gewählt, weil das „Floß der Medusa“ ein Lehrbeispiel für die Verleugnung vermeidbarer Gefahren und den Zerfall sozialer Strukturen unter dem Druck von Eitelkeit und Egoismus ist. Die Passagiere der Fregatte Medusa vertrauten in der Katastrophe einer Führung, die ihre Hoffnungen mit dem „Floß der Medusa“ betrog. Diesen Fehler bezahlten sie mit ihrem Leben.

Selbstverantwortung und Eigenmacht können den Konsumismus in seine Schranken weisen

Im zweiten Teil seines Buches will Wolfgang Schmidbauer zeigen, wie Menschen Möglichkeiten finden können, Gefühle von Selbstverantwortung und Eigenmacht gegen den alles zersetzenden Einfluss des Konsumismus zu stärken. Der Autor weist auf die Stiftung „Initiativen“ hin, die seit den 1980er Jahren in ganz unterschiedlichen Formen soziale Modelle des Postkonsumismus erarbeitet. Eine Idee dieser Stiftung wurde inzwischen in vielen Orten umgesetzt. Es handelt sich dabei um offene Werkstätten, in denen Städter sich zusammenschließen, Reparaturen erledigen oder auch Gebrauchsgegenstände herstellen.

Der Mensch braucht laut Wolfgang Schmidbauer günstige Bedingungen um human zu sein. Der Konsumismus ist dafür nicht geeignet. Die Verschmelzung des Menschen mit den komfortablen Dingen lässt seine handwerklichen und geistigen Fähigkeiten verkümmern. Doch der Autor hat die Hoffnung auf eine bessere Zukunft noch längst nicht aufgegeben. Wolfgang Schmidbauer schreibt: „Mehr als auf die Wahrheit des dunkelschönen Verses aus Hölderlins „Patmos“ vertraue ich auf die menschliche Fähigkeit, angesichts realer Gefahren alle Autoritäten abzusetzen, welche für den falschen Kurs verantwortlich sind, Gruppen zu bilden, gemeinsam zu lernen, sich zu organisieren und verschüttete Begabungen zu beleben.“

Das Floß der Medusa
Was wir zum Überleben brauchen
Wolfgang Schmidbauer
Verlag: Murmann
Gebundene Ausgabe: 206 Seiten, Auflage: 2012
ISBN: 978-3-86774-182-8,  19,90 Euro
Von Hans Klumbies