
September 1, 2010 | Geschrieben von admin-w57 - Kategorie
Wissenschaft
Als Naturforscher beschäftigte sich Aristoteles vorzugsweise mit der Zoologie und schrieb in vielen seinen Büchern über das Leben der Tiere, darunter in der „Historia animalium“, einem neun Bände umfassenden Werk über alle damals bekannten zoologische Erscheinungen. Die Bücher enthalten umfassende Studien des Tierverhaltens sowie detaillierte physiologische Darstellungen. Etwa ein Viertel der erhaltenden Werke des Aristoteles haben mit Zoologie zu tun. Dazu zählen die Schriften „De partibus animalium“ (Über die Teile der Tiere), „De motu animalium“ (Über die Bewegung der Tiere“ und „De generatione animalium“ (Über die Fortpflanzung der Tiere).
Die Beobachtung ist der Theorie überlegen
In den hinterlassenen Schriften von Aristoteles kommen über 500 Tierarten vor. Er berichtet unter anderem über die elterliche Fürsorge der Delphine und Robben, über die tänzerische Bienensprache oder das Kauwerkzeug des Seeigels. Die Beobachtung der Dinge und Erscheinungen stand für den Naturforscher an erster Stelle, indem er behauptete, dass man der Beobachtung mehr Glauben schenken müsse als der Theorie.
Aristoteles war nicht der erste bedeutende Naturwissenschaftler. Vorläufer hatten ihn ganz sicher beeinflusst. Er griff die Ideen so bekannter Denker wie Empedokles, Hippokrates und Demokrit auf und entwickelte sie weiter. Zu den bekanntesten Elementen der wissenschaftlichen Tradition der Antike, die er übernommen hatte, zählte die Vorstellung, dass sich die Erde im Mittelpunkt eines grenzenlosen Universums befindet sowie die Theorie der vier Elemente – Feuer, Luft, Wasser, Erde – und ihrer Kräfte und Eigenschaften.
Selbst Charles Darwin bewunderte den Naturforscher Aristoteles
Obwohl von manchem späteren Wissenschaftler die Methoden des Aristoteles kritisiert wurden, war sein Einfluss auf die nachfolgenden Forschergenerationen gewaltig. Manche seiner zentralen Vorstellungen sind sogar bis heute gültig geblieben. Intensiv widmete sich Aristoteles der Klassifizierung der Tiere und entwickelte zahlreiche Unterscheidungsmerkmale, etwa zwischen Wirbeltieren und Wirbellosen, Lebendiggebärenden und Eierlegenden, Einhufern und Paarhufern.
Das Werk des Aristoteles wurde auch von Charles Darwin bewundert, der ihn als einen der größten Beobachter aller Zeiten verehrte. Nachdem er wenige Monate vor seinem Tod ein Exemplar des Buchs „De partibus animalium“ erhalten und gelesen hatte, schrieb er, dass er nicht die geringste Ahnung hatte, was für ein wundervoller Mensch Aristoteles gewesen ist. Darwin bezeichnete Carl von Linné und Georges Cuvier als seine beiden Götter, die im Vergleich zu Aristoteles aber lediglich Schuljungen gewesen seinen.
Kurzbiographie: Aristoteles
Aristoteles wurde 384 vor Christus in der makedonischen Stadt Stageira auf der thrakischen Halbinsel Chalkidike im Norden Griechenlands geboren. Im Alter von 17 Jahren besuchte er die Akademie des Philosophen Platon in Athen, wo er zwanzig Jahre lang bis zum Tod seines Lehrers studierte. Danach bereiste Aristoteles einige Jahre Kleinasien.
343 vor Christus berief ihn König Phillip II. zum Erzieher seines 13jährigen Sohnes, der später als Alexander der Große Weltgeschichte schreiben sollte. Einige Jahre später kehrte er nach Athen zurück, um seine eigene Schule im Peripatos des geheiligten Haines Lykeion zu gründen, wo er 13 Jahre lang lehrte. 322 vor Christus zog sich Aristoteles nach Chalkis auf Euböa zurück, wo der wenig später im Alter von 63 Jahren starb.
Von Hans Klumbies
Kategorien: Wissenschaft |
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