Die Zentrale der Deutschen Bank wird klimafreundlicher

Die Frankfurter Doppeltürme der Deutschen Bank demonstrieren, wie einfach das Einsparen von Treibhausgasen sein kann. Die 155 Meter hohen Zwillingstürme werden komplett saniert, wobei hauptsächlich grüne Gebäudetechnik verwendet wird. Die neuen Fester der Fassade sind nicht nur besonders gut isoliert, sondern sogar abhörsicher. Nur noch in den Toiletten der Chefs gibt es warmes Wasser zum Händewaschen. Sonst wird überall in den beiden Gebäuden rigoros Energie gespart. Die Toiletten werden künftig mit Regenwasser und mit dem Wasser, das beim Händewaschen anfällt gespült – auch die von Josef Ackermann.

40 Prozent der Energie in Deutschland verbrauchen Gebäude

Die Sanierung der Zentrale der Deutschen Bank ist so geplant, dass drei Viertel des Wassers, über 50 Prozent des Stromverbrauchs sowie zwei Drittel der Heizenergie in Zukunft eingespart werden sollen. Jeder Angestellter der Deutschen Bank in Frankfurt soll dann 89 Prozent weniger Kohlendioxid an seinem Arbeitsplatz erzeugen, wobei die Flugreisen mit zur Emissionsbilanz zählen. Nicht nur die Deutsche Bank, sondern auch viele andere kleine und große Unternehmen investieren in grüne Fassaden oder Solardächer.

Kosequenter Klimaschutz schafft Arbeitsplätze

Gerade Firmengebäude verfügen über ein riesiges Potential, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. 40 Prozent der Energie in Deutschland wird in Form von Strom, Kühlung und Wärme in Gebäuden verbraucht. Dazu kommen 36 Prozent der Kohlendioxidemissionen. Der Weltklimarat der Vereinten Nationen hat 2007 einen Bericht veröffentlicht, in dem die These aufgestellt wird, dass ein Drittel der Kohlendioxidemissionen in Gebäuden weltweit bis 2030 mit wirtschaftlichem Gewinn eingespart werden könnten.

Im Oktober 2009 gab das Umweltbundesamt eine Studie des Fraunhofer-Instituts heraus, nach der konsequenter Klimaschutz in Gebäuden allein bis zum Jahr 2012 etwa 100.000 neue Jobs in Deutschland geschaffen werden könnten. Bis zum Jahr 2020 könnte sich die Zahl der neuen Arbeitsplätze sogar auf 350.000 erhöhen. Die gesamte Volkswirtschaft würde gewaltig vom Klimaschutz profitieren, da weniger Energieimporte nötig wären und der Konsum durch sinkende Heizkosten angekurbelt würde, da die Verbraucher mehr Geld zum Ausgeben zur Verfügung hätten.

Das Belüftungssystem hat ausgedient

Die Maßnahmen der Deutschen Bank zum Umweltschutz sind teilweise bestechend einfach. Das Unternehmen spart einen Teil des Stroms nur dadurch ein, dass die Angestellten in Zukunft die Fenster öffnen dürfen und deshalb für die Frischluft kein separates Belüftungssystem mehr gebraucht wird. Für die energetische Sanierung der Deutschen Bank hat die Firma Imtech den Zuschlag bekommen. Der Projektleiter Guido Fax erläutert: „Theoretisch erzeugen die Menschen und Maschinen in der Bank genug Wärme. Würden keine Festern und Türen geöffnet werden, müsste auch im Winter nicht geheizt werden.“

Künftig werden in den Zwillingstürmen der Deutschen Bank die Wände als Energiespeicher genutzt. An den Decken der Räume befinden sich Lamellen aus Metall, wodurch der Beton die Wärme im Winter im Raum besser speichert und im Sommer den Raum besser kühlt. Verbessert wird der Kühleffekt noch dadurch, dass dünne Kupferrohre mit zirkulierendem Wasser von den Räumen auf die Dächer der Bankhochhäuser führen, um das Nass dort abzukühlen.

Von Hans Klumbies

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