Die Zukunft stellt sich als Alptraum dar

Die einstige Vision, dass mit dem Fortschritt der Menschheit alle Probleme gelöst werden würden, ist verblasst. Der Traum von einer besseren Welt ist in dem so skeptischen 21. Jahrhundert im Begriff, zu einem Alptraum zu werden. Ille C. Gebeshuber betont: „Es wird mehr und mehr offensichtlich, dass unsere Welt vor einer Zeit des radikalen Wandels steht. Die so erfolgreichen Methoden, die den radikalen Fortschritt der letzten Jahrhunderte ermöglicht haben, erzeugen Nebeneffekte, die die Grundlagen unserer Existenz bedrohen.“ Der Erfolg kooperativer und kompetitiver Gesellschaften führte zu vielen Jahrhunderten des Wachstums. Relativ kleine, verstreute Siedlungsräume breiteten sich aus, wuchsen zusammen und entwickelten sich mit der Zeit zu einer globalen Zivilisation. Ille C. Gebeshuber ist Professorin für Physik an der Technischen Universität Wien.

Jeder Tropfen Wasser ist kostbar

Die Menschheit expandierte und drängte die wilde Natur unaufhaltsam immer weiter zurück. Neben der Ausdehnung nahm auch der Umsatz an Rohstoffen zu. Zuerst durch die steigernde Leistungsfähigkeit der wachsenden Bevölkerung mit immer besseren Werkzeugen und später durch die Nutzung fossiler Brennstoffe und der Atomkraft. Ein exponentielles, also immer steiler anwachsendes Wachstum des Verbrauchs an Ressourcen der Menschheit war die Folge.

Ille C. Gebeshuber blickt zurück: „Unser Traum war, durch die bessere Nutzung der Wunder der Natur die Menschheit in eine bessere Welt zu führen.“ Es kann sein, dass die Menschheit nichts anderes erreicht hat, als einfach nur zu wachsen. Dies wäre jedoch im Rahmen der Evolution ohnehin der Fall gewesen. Die Menschheit braucht intelligente Veränderungen und nicht nur pures Wachstum. Ille C. Gebeshuber weist in ihrem Buch „Eine kurze Geschichte der Zukunft“ auch darauf hin, wie wertvoll jeder einzelne Tropfen Wasser eigentlich ist.

Süßwasser ist selten

Die Menschheit verdurstet, obwohl die Erde zu über 70 Prozent von Wasser bedeckt ist. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Hier spielt die Abhängigkeit der Menschheit vom Süßwasser eine Rolle. Denn Meerwasser mit einem Salzgehalt von ca. 35 Gramm pro Liter ist für Menschen unbehandelt nicht nutzbar. Und Süßwasser ist selten. Nur etwa 2,5 Prozent des Wassers auf der Erde fallen in diese Kategorie. Wasser in der Atmosphäre sowie in Bächen, Flüssen und Süßwasserseen machen nur einen winzigen Teil aus. Etwa 70 Prozent sind im „ewigen Eis“ gebunden.

Was bleibt, ist das fossile Grundwasser, das in vielen Regionen intensiv ausgebeutet, oder besser gesagt ausgepumpt wird. Und meist wird mehr entnommen, als Grundwasser nachfließen oder aufgefangen werden kann. Ein Austrocknen von weiten Landstrichen und weite Absenkungen des Untergrunds, vor allem unter den schweren Großstädten, ist die Folge. Ille C. Gebeshuber stellt fest: „Süßwasser ist der von der Menschheit am meisten geförderte Rohstoff. Derzeit benötigt die Zivilisation etwa 4.500 Kubikkilometer pro Jahr. Quelle: „Eine kurze Geschichte der Zukunft“ von Ille C. Gebeshuber

Von Hans Klumbies

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