Leonardo da Vinci malte das berühmteste Gemälde der Welt

Das Gemälde „Mona Lisa“ ist das berühmteste Porträt der Welt. Bernd Roeck erklärt: „Das Lächeln der legendenumwobenen Florentinerin ist einzigartig. Ebenso einzigartig ist die malerische Technik ihres Meisters.“ Um Illusionen von Körperlichkeit und Ferne herzustellen, legte er zahllose Lasuren übereinander. Er arbeitete sich ab an Übergängen wie einst Nikolaus von Kues am Problem der Gegensätze. Hier sind es die Widersprüche zwischen dem „noch nicht und dem nicht mehr“, einer unendlich zarten Linie nahe dem Nichts. Der Maler der „Mona Lisa“, Leonardo de Piero, 1452 geboren, hatte sein Handwerk in der Werkstatt des Bildhauers und Malers Andrea del Verrocchio (1435 – 1488) erlernt. Bernd Roeck ist seit 1999 Professor für Neuere Geschichte an der Universität Zürich und einer der besten Kenner der europäischen Renaissance.

Die „Mona Lisa“ hängt im Louvre von Paris

Rasch machte Leonardo da Vinci, wie er sich später nannte, Karriere, zuerst im Umkreis de Medici, dann, von 1482, am Sforza-Hof. Mit der Einnahme Mailands durch Ludwig XII. im Jahr 1499 musste er sich nach neuen Patronen umsehen. Leonardo da Vinci zog nach Venedig, Mantua und Florenz. Eine Zeitlang hielt er sich im Gefolge Cesare Borgias. Schließlich fand er wieder Auskommen in Mailand, das damals den Franzosen gehörte. Ein Aufenthalt in Rom, war die größten Aufträge zu gewinnen waren, blieb ein Intermezzo.

Buchtipp:
„Der Morgen der Welt“ von Bernd Roeck


Das Buch „Der Morgen der Welt“ von Bernd Roeck ist auch bei Amazon gelistet. Hier stehen Ihnen weitere Informationen zur Verfügung:


Seine letzten Lebensjahre verbrachte Leonardo da Vinci in Frankreich. Fern der Heimat starb er 1519 in Schloss Clos Lucé nahe der Königsresidenz Amboise. Erbe einiger seiner Werke wurde der Mäzen seiner späten Jahre, Franz I., und mit ihm Frankreich. Deshalb hängen die „Mona Lisa“, die „Heilige Anna Selbdritt“ und „Johannes der Täufer“, Leonardo da Vincis vollkommenste Meditation der Übergänge, heute im Louvre von Paris. Wenn bei einem Künstler der Begriff Genie angemessen erscheint, dann bei Leonardo da Vinci.

Leonardo das Vincis Zeichnungen zählen zu den Schönsten der Kunstgeschichte

Leonardo da Vinci verdankt das kaum allein seiner Meisterschaft als Maler, sondern ebenso kühnen, weit über seine Zeit hinausweisenden Erfindungen und Erwägungen. Was man nicht von ihm weiß oder ahnt, machte ihn mehr noch zur Legende als das, was über ihn bekannt war. Seine Zeichnungen zählen zu den Schönsten der Kunstgeschichte. Eine Handvoll Gemälde sind außer den gerade erwähnten erhalten. Dazu zählen das „Letzte Abendmahl“ im Refektorium des Mailänder Klosters Santa Maria della Grazie.

Der Maler aus Vinci war eine seltsame Mischung aus nervösem Bastler und Genie, Perfektionisten und Experimentator. Glitzernde Ideen sprühten in ihm. Er tüftelte, während die Lösung für ein Problem noch nicht gefunden und ein anderes angegangen war, bereits am dritten. Daneben beschäftigte er sich mit mechanischen Spielereien. Manches gelang: So baute er zum Beispiel für eine Sforza-Fest einen funktionsfähigen Roboter. Wie kein anderer verband Leonardo da Vinci theoretische Reflexion mit Handwerksgeschick. Quelle: „Der Morgen der Welt“ von Bernd Roeck

Von Hans Klumbies