Die Handlungen mancher Menschen haben Einfluss auf die Zukunft

John Adams, der zweite Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, schrieb: „Die Institutionen, die wir heute in Amerika ins Leben rufen, werden auch in tausenden von Jahren nicht ganz verschwunden sein. Es ist daher von äußerster Wichtigkeit, es richtig anzugehen. Wenn wir einen falschen Anfang machen, dann werden sie nie mehr, oder nur durch einen Glücksfall, auf den rechten Weg zurückfinden.“ William MacAskill weiß: „Die Gründerväter der Vereinigten Staaten bedienten sich bei Ideen, die fast zwei Jahrtausende zuvor formuliert worden waren.“ Der Gedanke der Gewaltenteilung ging auf John Locke und Baron de Montesquieu zurück. Die heute lebenden Menschen müssen gar nicht so einflussreich sein wie Thukydides oder Benjamin Franklin, um mit ihren Handlungen Einfluss auf die Zukunft zu nehmen. William MacAskill ist außerordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Oxford.

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Die Menschheit kann die Zukunft in eine positive Richtung lenken

William MacAskill stellt fest: „Wir fahren mit dem Auto. Wir steigen ins Flugzeug. Und damit produzieren wir Treibhausgase, die langfristige Auswirkungen haben. Es wird viele Hunderttausend Jahre dauern, bis die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre durch natürliche Prozesse auf vorindustrielle Werte zurückgeht. Das sind Dimensionen, die wir sonst nur mit radioaktiven Abfällen in Verbindung bringen.“ Mit dem Unterschied, dass die Menschheit beim Atommüll die Lagerung gründlich plant, während sie die Abgase ihrer fossilen Brennstoffe einfach in die Luft pustet.

In einigen Fällen schwächen sich die geophysischen Folgen der Erderwärmung im Laufe der Zeit nicht etwa ab, sondern sie werden immer extremer. William MacAskill betont: „Der Klimawandel demonstriert, wie langfristig unsere Handlungen von heute wirken können. Aber er zeigt auch, dass langfristiges Handeln die Interessen der heute lebenden Menschen nicht ignorieren muss.“ Die Menschheit kann die Zukunft in eine positive Richtung lenken und gleichzeitig die Lebensqualität der Gegenwart verbessern.

Die Dekarbonisierung ist ein Gewinn für alle

Die Umstellung auf saubere Energien nutzt schon heute der Gesundheit der Menschen. Fossile Brennstoffe verschmutzen die Luft mit Feinstaub, der Lungenkrebs, Herzprobleme und Atemwegserkrankungen verursachen kann. William MacAskill erklärt: „Heute sterben pro Jahr 3,6 Millionen Menschen vorzeitig. Selbst in der Europäischen Union, wo die Atemluft im Verhältnis noch am saubersten ist, kostet die Luftverschmutzung jeden Einwohner im Durchschnitt ein Lebensjahr.“

Die Dekarbonisierung – der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf sauberer Energieträger – kommt daher langfristig nicht nur dem Klima zugute, sondern auch kurzfristig der Gesundheit aller Menschen. William MacAskill fügt hinzu: „Allein dieser gesundheitliche Nutzen rechtfertigt schon den schnellen Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen. Die Dekarbonisierung ist demnach ein Gewinn für alle, denn sie verbessert die Lebensqualität auf kurze und auf lange Sicht.“ Die Förderung sauberer Energiequellen wie Sonne, Wind, Kernfusion und so weiter ist aber auch in anderer Hinsicht ein Gewinn. Weil sie die Energieproduktion verbilligt, hebt sie den Lebensstandard in armen Ländern. Quelle: „Was wir der Zukunft schulden“ von William MacAskill

Von Hans Klumbies