Michael Lehofer schreibt am Anfang seines neuen Buches „Zu viel von Allem und zu wenig vom Richtigen“: „Verwöhnung macht unglücklich. Der verwöhnte Mensch bekommt alles, was er sich in seinem wunschgetriggerten Vorstellungen jemals gewünscht hat, und möglicherweise noch darüber hinaus. Sonderbarerweise entsprechen unsere Wünsche zumeist keinesfalls unseren Bedürfnissen.“ Menschen, die alles haben, sind in der Regel frustriert. Solche Personen sind daher innerlich unruhig, manchmal geradezu aggressiv. Ihr Begehren ist nicht selten eine Ersatzhandlung für ihre eigentlichen Wünsche. Sie werden nach Verheißungen süchtig, nach dem, was ihnen eine Pseudobefriedigung beschert, aber nie nach dem, was erfüllt. Verheißungen sind dem Wesen nach meist unerfüllbare Hoffnungen. Man spricht von leeren Verheißungen. Michael Lehofer ist Philosoph, Psychiater und Psychologe und eine der bekanntesten Stimmen für persönliche Entwicklung im deutschsprachigen Raum.
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Passende Bücher bei Amazon findenDie sanfte Kraft der Liebe ist unüberwindlich
Um sich zu sich selbst zu entwickeln, muss man von seiner Umgebung und auch von sich selbst vor allem in Ruhe gelassen werden und nicht immer irgendwer sein müssen. Wer stets irgendetwas darstellen muss, weiß am Ende nicht mehr, wer er wirklich ist. Die Liebe dagegen ist eine sanfte Kraft, die in Wahrheit unüberwindlich ist. Es ist eine weitgehend verdrängte Wahrheit, dass Liebe die stärkste Macht darstellt, die vorstellbar ist. Sie ist ganz still, aber unfassbar wirksam. Denn von der Liebe geht ein Ermutigungs- und Wachstumsimpuls aus.
Das Leben ist zudem eine Kunst. Kunst kommt von Können. Ein Mensch, der das Geschenk seines Lebens verwirklicht, ist ein Lebenskünstler. Michael Lehofer erklärt: „Lebenskunst bedeutet, sein Leben so zu gestalten, dass auch die eigenen Obertöne und Untertöne, die man normalerweise nicht wahrnimmt, zur Geltung kommen, hörbar sind.“ Ein Lebenskünstler macht mehr aus seinem Leben, als zu erwarten war. Entwicklung heißt, in die eigene Größe hineinzuwachsen. Und das bedeutet immer: über sich hinauszuwachsen.
Glücksmomente sind die Wegweiser zum richtigen Leben
Freiheit ist nicht das Resultat von Möglichkeiten, sondern sie ist das Resultat der Freiheit von unseren sinnlosen Ängsten. Die Ängste begleiten uns unser ganzes Leben. Sie informieren uns über die Vorstellung, die wir von uns selbst haben, und sollen uns vor unliebsamen Veränderungen warnen. Das Problem ist, dass sie uns auch dann warnen, wenn in Wahrheit keine Gefahr droht oder es nichts zu vermeiden gibt. In beiden Fällen sind Ängste sinnlos. Freie Menschen dagegen können sich alle Gedanken und Gefühle erlauben. Sie können sich in alle Richtungen bewegen und müssen sich nicht einengen.
Wenn wir uns fragen, wie wir es hinbekommen, richtig zu leben, dann müssen wir nur unseren Glücksmomenten folgen. Die die Glücksmomente sind die Wegweiser zum richtigen Leben. Vor allem aber geht es darum, jede Lebenssituation als richtig anzunehmen. Michael Lehofer erläutert: „Denn das Leben wird dann richtig, wenn wir nicht dem Richtigen nachhetzen, sondern in jedem Moment das Beste aus unserem Leben machen. Das Beste aus etwas zu machen bedeutet immer, sich den Moment zu eigen zu machen, ihn mit dem Eigenen zu erfüllen.“ Dazu gehört, den Moment zu würdigen.
Zu viel von Allem und zu wenig vom Richtigen
Begegnung – Lebendigkeit – Liebe
Michael Lehofer
Verlag: Kneipp
Gebundene Ausgabe: 189 Seiten, Auflage: 2026
ISBN: 978-3-7088-0831-4, 25,00 Euro
Von Hans Klumbies
