Ulrich Schnabel beschreibt das Glück des Müßiggangs

Ulrich Schnabel zeigt in seinem Buch „Muße. Vom Glück des Nichtstuns“, wo Menschen in der hektischen Gegenwart noch Inseln der Muße finden können. Er gibt denjenigen Tipps, die nicht länger im Hamsterrad der Gier und der Geschwindigkeit mitrennen möchten. Die Wissenschaft weiß schon lange, wie wichtig Zeiten der Ruhe und der Muße für die Menschen sind. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass diese nicht nur die Regeneration fördert und das Gedächtnis stärkt, sondern auch die Vorrausetzung für Einfallsreichtum und Kreativität ist. Der Autor Ulrich Schnabel arbeitet als Wissenschaftsredakteur bei der Wochenzeitschrift „DIE ZEIT“. Sein Buch „Die Vermessung das Glaubens – Forscher ergründen, wie der Glaube entsteht und warum er Berge versetzt“, ebenfalls im Blessing Verlag erschienen, erhielt 2008 die Auszeichnung „Wirtschaftsbuch des Jahres“.

Die Muße kann in vielen Formen auftreten

Ulrich Schnabel gibt in seinem Buch von der Muße konkrete Ratschläge, wie es den Menschen gelingen kann, sich auf ihre eigenen Ressourcen zurückzubesinnen, einen Pol der Ruhe in sich zu finden sowie die eigene Willenskraft und das Urteilsvermögen zu stärken. Der Autor beschreibt sein Buch als einen Diätratgeber für den Geist. Er nennt den Grund: „Es will helfen, den Blick für das Wesentliche zu behalten und die Kunst dessen zu pflegen, was früher Muße genannt wurde.“

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Der Autor definiert die Muße als jene Stunden, in denen der Mensch ganz das Gefühl hat, Herr über seine eigene Zeit zu sein, in denen er einmal nicht dem Geld, der Karriere oder dem Erfolg hinterher rennt, sondern in denen er zu sich selbst und seiner eigentlichen Bestimmung kommt. Die Muße ist seiner Meinung nach nicht auf das entspannte Nichtstun beschränkt, sondern kann in vielen Formen den Weg eines Individuums kreuzen, sei es in Gesprächen, im Spiel, bei der Musik, ja selbst beim der Arbeit. Im letztgenannten Fall aber nur, wenn der Mensch dabei Zeit und Raum vergisst.

Missverständnisse über die Muße

Ein großes Missverständnis besteht für Ulrich Schnabel darin, dass zur Muße besondere Auszeiten nötig seien, die sich nur außerhalb des gewöhnlichen Alltags und mit hohem Aufwand verwirklichen ließen. Das kommt unter anderem daher, dass die meisten Menschen auch die Muße lediglich als ein konsumierbares Gut betrachten. Die Kunst der Muße hat nichts mit der Zahl der freien Stunden zu tun, sondern mit der eigenen inneren Einstellung. Ulrich Schnabel zitiert die österreichische Wissenschaftsforscherin Helga Nowotny, die sagt: „Muße ist die Übereinstimmung zwischen mir und dem, worauf es in meinem Leben ankommt.“

Am Ende seines hervorragenden Buchs gibt Ulrich Schnabel noch einen ganz wichtigen und entscheidenden Tipp. Er schreibt: „Und vor allem: Stressen Sie sich nicht mit der Muße! Denn mit ihr ist es ähnlich wie mit dem Glück: Die ständige Sehnsucht nach dem „wahren Glück“ ist die größte Quelle unseres Unglücks.“ Eine Quelle des Glücks ist auf jeden Fall das Buch von der Muße und vom Glück des Nichtstuns. Es bietet Entspannung pur.

Muße
Vom Glück des Nichtstuns
Ulrich Schnabel
Verlag: Blessing
Gebundene Ausgabe: 287 Seiten, Auflage 2: 2010
ISBN: 978-3-89667-434-0, 19,90 Euro

Von Hans Klumbies