Wie die Arbeitsteilung in einem Gewerbe, so bringe die Arbeitsteilung in einer Gesellschaft jenen allgemeinen Wohlstand hervor, der sich selbst bis in die untersten Klassen des Volkes vollstrecke. Die Teilung der Arbeit, so Adam Smith, sei nicht das Werk menschlicher Weisheit, sondern die Neigung der menschlichen Natur zum Tauschhandel. Der Mensch verfolge egoistische Ziele und diese erlange er durch die Hilfe anderer. Thomas Mayer ergänzt: „Arbeitsteilung und Tausch gehen natürlich Hand in Hand. Wer nur Nadeln herstellt, um Smiths Beispiel aufzugreifen, kann von seinem Produkt allein nicht leben. Er muss es gegen andere Dinge eintauschen, die er für den Lebensunterhalt braucht.“ Thomas Mayer ist promovierter Ökonom und ausgewiesener Finanzexperte. Seit 2014 ist er Leiter der Denkfabrik Flossbach von Storch Research Institute.
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Passende Bücher bei Amazon findenMetalle waren das beliebteste Tauschmittel
Adam Smith spekulierte daher, dass jeder kluge Mensch nach der ersten Einführung der Arbeitsteilung eine gewisse Menge einer besonderen Ware in Bereitschaft hielt. Denn von dieser konnte er erwarten, dass nur wenige diese Waren zum Eintausch einer von ihm benötigten anderen Ware zurückweisen würden. Im Lauf der Zeit seien verschiedene Waren als Tauschmittel genutzt worden. Von Vieh über Muscheln, Stockfisch, Tabak, Zucker, Häute, Leder bis zu Nägeln.
Doch hätten die Menschen scheinbar in allen Ländern vor allen anderen Waren Metallen den Vorzug gegeben. Metalle ließen sich gut aufbewahren, in viele kleine Teile zerlegen oder schmelzen. Alles Vorteile, die keine andere Ware als Tauschmittel zu bieten gehabt hätte. Für Adam Smith bestimmte jedoch die Arbeit den wahren Maßstab des Tauschwertes der Güter. Denn nach der Arbeitsteilung müsse jeder über den Tausch von zum Tauschmittel gewordenen Warten die Arbeit anderer beziehen, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.
Der Wert bemisst sich nach der Qualität des Tauschmittels
Adam Smith schreibt: „Die Arbeit ist also der wahre Maßstab des Tauschwertes aller Waren.“ Dieser Wert lasse sich aber besser nach der Qualität des Tauschmittels schätzen als nach der Quantität der Arbeit. Folglich werde der Preis von Waren in Quantitäten des Tauschmittels beziffert. Das daraus resultierende Geld nannte man dann später „Warengeld“. Thomas Mayer erklärt: „Smiths Lehre vom Arbeitswert der Güter floss sowohl in die ökonomische Theorie von Karl Marx als auch in die klassische und neoklassische ökonomische Theorie ein.“
Jedoch lehnten sie die späteren Ökonomen der österreichischen Schule, wie Carl Menger, Ludwig von Mises und Friedrich von Hayek, vehement ab. Sie meinten, nicht die aufgewendete Arbeit bestimme den Preis, sondern der von einem Käufer am Markt angebotene Preis bestimme, was man für die Arbeit bezahlen könne. Verschiedene Völker hätten verschiedene Metalle hervorgebracht, schreibt Adam Smith. Die Spartaner zum Beispiel Eisen, die Römer Kupfer und die späteren, Handel treibenden Nationen Gold und Silber. Quelle: „Das Inflationsgespenst“ von Thomas Mayer
Von Hans Klumbies
