Man kennt nicht mehr den verschwenderischen Reichtum der Natur, sondern nur noch Biosphäre, Biodiversität, CO2-Bilanz. Alain Finkielkraut kritisiert: „Wegen der Umweltprobleme vernachlässigt man die Betrachtung und die Erhaltung der Landschaft.“ Man will seine Zeit nicht mit der Schönheit der Erde verschwenden, wenn das Haus in Flammen steht. Da zudem Personen ihre Ablehnung von Windrädern kundgetan haben, die der Rechten und sogar der extremen Rechten zugerechnet werden, sehen die wachsamen Bürger vor ihrem geistigen Auge schon antifaschistische Windräder rotieren. „Das Sein ist das, was Schöpfungen von uns verlangt, damit wir es erfahren können“, schrieb Maurice Merleau-Ponty. Dementsprechend kann man sagen: Die Natur – wild oder kultiviert – braucht Dichter, damit wir sie sehen und bewundern können. Alain Finkielkraut gilt als einer der einflussreichsten französischen Intellektuellen.
Windräder
Eine zur Ökologie bekehrte Wissenschaft kann sehr hilfreich sein
Weil aus Verheißung drohende Vernichtung geworden ist, suchen die Fortschrittsgläubigen nach Alternativen zur schmutzigen Energie. Alain Finkielkraut nennt ein Beispiel: „Daher rührt ihre Begeisterung für Windräder, die eine Verlangsamung der Klimaerwärmung ermöglichen, indem sie die Emission von Treibhausgasen begrenzen.“ Und die Zahlen geben ihnen recht. Aber Zahlen sind nicht alles. Nicht alles ist quantifizierbar: nicht der Anblick der Dinge, wie sie vor einer mathematischen Umsetzung aussehen, nicht die Wirklichkeit, so wie sie in den Augen erscheint. Eine zur Ökologie bekehrte Wissenschaft kann sehr hilfreich sein; damit aber die Erde bewohnbar bleibt, darf man der Wissenschaft nicht das Monopol der Wahrheit überlassen. Renaud Camus schreibt: „Überall schießen die Windräder wie Pilze aus dem Boden.“ Alain Finkielkraut gilt als einer der einflussreichsten französischen Intellektuellen.