Fritz Breithaupt stellt fest: „Menschen machen bessere Vorhersagen innerhalb einer Episode beziehungsweise innerhalb einer Situation im Vergleich zu Vorhersagen über mehrere Situationen hinweg. Das deutet darauf hin, dass die möglichen Ereignisse innerhalb einer Episode als kohärent oder passend verstanden werden.“ Diese Vorhersehbarkeit könnte allerdings auch ein Effekt der erhöhten Aufmerksamkeit auf die Dinge in einem Ereignisraum sein und muss sich nicht unbedingt der erhöhten Kohärenz verdanken. Sie kann möglicherweise sogar umgedreht erklärt werden: Die deutlich vorhersehbaren Ereignisse gehören in einen Ereignisraum, während die weniger vorhersehbaren Ereignisse in einen anderen Ereignisraum abgeschoben werden und also durch eine Grenze markiert werden. Durch die Grenzen werden Ereignissräume abgesteckt, über die man aktuell Wissen hat, während das Ungewisse nach außen exportiert wird. Fritz Breithaupt ist Professor für Kognitionswissenschaften und Germanistik an der Indiana University in Bloomington.