Die Menschheit sollte sich nicht nur um ihre Nutztiere sorgen, auch für die in Freiheit lebenden Tiere sieht es düster aus. Viele Probleme treiben den Verlust der biologischen Vielfalt voran. Hannah Ritchie erklärt: „Der Klimawandel beeinträchtigt die Arten, ebenso die Entwaldung, der Verlust ihres Habitats durch Ausdehnung der Ackerflächen, die Jagd für den Fleischkonsum, die Plastikverschmutzung und die Überfischung.“ Unser Konflikt mit den Tieren ist nichts Neues, er besteht seit Jahrtausenden. Im letzten Jahrhundert hat sich die Aussterberate jedoch beschleunigt, und wir müssen uns fragen, ob wir gerade Zeugen des sechsten Massenaussterbens werden. Den Großteil der Menschheitsgeschichte hieß es: wir gegen die Tiere. Bei Plastik im Meer handelt es sich um das „modernste“ Problem, dem sich Hannah Ritchie in ihrem Buch „Hoffnung für Verzweifelte“ widmet. Dr. Hannah Ritchie ist Senior Researcher im Programm für globale Entwicklung an der Universität Oxford.
Überfischung
Die Menschheit bewegt sich auf eine massive Krise zu
Ille C. Gebeshuber stellt fest: „Es steht außer Frage, dass die Menschheit sich auf eine massive Krise zubewegt. Während darüber gestritten wird, ob die Auswirkungen der Aktivitäten der Menschheit überhaupt signifikant genug sind, um Einfluss auch unser Klima und die Umwelt zu nehmen, sehen wir zu, wie große Flächen der Erde in Einöden verwandelt werden.“ Dies geschieht auf vielfältige Art und Weise, etwa durch Austrocknung, Überbauung, Abholzung oder Überfischung. Wie man den Zustand unserer Erde auch sehen mag, optimistisch oder pessimistisch, Fakt ist, dass die Bevölkerung immer weiter wächst und jeder Mensch eine ständige Verbesserung seines persönlichen Wohlstands anstrebt. Das bedeutet, dass immer größere Mengen an Nahrung und Rohstoffen beschafft werden müssen. Ille C. Gebeshuber ist Professorin für Physik an der Technischen Universität Wien.
Die Welt war noch nie nachhaltig
Bevor sich Hannah Ritchie die Umweltprobleme vornimmt, muss sie ihren Lesern eine unangenehme Wahrheit mitteilen: „Die Welt war noch nie nachhaltig. Was wir zu erreichen versuchen, hat es noch nie gegeben. Um zu verstehen, warum das so ist, müssen wir uns anschauen, was Nachhaltigkeit überhaupt bedeutet.“ Die klassische Definition der Nachhaltigkeit entstammt einem wegweisenden UN-Bericht. 1987 definierten die UN nachhaltige Entwicklung als eine, „die den Ansprüchen der Gegenwart gerecht wird, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu beeinträchtigen, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“. Diese Definition besteht aus zwei Teilen. Beim ersten geht es darum, sicherzustellen, dass alle heute lebenden Menschen – die jetzigen Generationen – ein gutes und gesundes Leben führen können. Dr. Hannah Ritchie ist Senior Researcher im Programm für globale Entwicklung an der Universität Oxford.