Die Menschheit hat ein Insektensterben historischen Ausmaßes entfacht, jener Helfer der Natur, die mehr als Dreiviertel der Nutzpflanzen bestäuben. Richard David Precht erläutert: „Man hat dieser Grundlage der Welternährung mit Pestiziden und Herbiziden bis zum Verschwinden oder bis zur Resistenz zugesetzt.“ Menschen haben zudem die Wälder abgeholzt und die Meere überfischt und die natürlichen Biotope auf dem Planeten Erde zerstört. Fast alle weiteren Risiken, die das Ranking des World Economic Forum auflistet, sind mehr oder weniger die Folgen der ersten drei. Dass weltweit die Spaltung von Arm und Reich zunimmt, wir mehr und mehr mit Klimaveränderungen zu tun haben, welche die Ärmsten der Armen südlich der Sahara unverhältnismäßig mehr treffen als Schweden oder Japan. Der Philosoph, Publizist und Autor Richard David Precht zählt zu den profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum.
Regenwälder
Auch die Natur braucht zum Überleben eine Mindestfläche
Wenn wir die vielen Länder auf der Erde betrachten, sehen wir nur in wenigen Staaten ausgedehnte Flächenreserven für die Menschheit. Ille C. Gebeshuber stellt fest: „In den meisten ist die Natur bereits von der menschlichen Außengrenze umgeben und wird so durch Straßen und Zäune systematisch eingeschnürt und oft auch durchschnitten.“ Viele werden meinen, das sei kein großes Problem, aber auch die Natur braucht zum Überleben eine Mindestfläche. Wenn zum Beispiel Straßen oder andere Barrieren Populationen in kleinen Räumen einschließen, führt dies dazu, dass die einzelnen Tierarten nicht ausreichend genetisch-fremde Partner finden. Inzucht stellt sich ein, die sich über mehrere Generationen so verstärkt, dass mit dem Aussterben von Arten gerechnet werden muss. Ille C. Gebeshuber ist Professorin für Physik an der Technischen Universität Wien.