Das Titelthema des neuen Philosophie Magazin 05/2025 lautet: „Was ist der Sinn meines Lebens?“ Chefredakteurin Svenja Flaßpöhler schreibt: „Wer sich diese Frage stellt, tritt gleichsam aus sich heraus, betrachtet das eigene Dasein von außen. Was genau mache ich hier eigentlich? Wozu das alles?“ Solche Zweifel zuzulassen ist der erste Schritt. Der Sinn meines Lebens erschöpft sich weder darin, Ansprüche zu erfüllen, noch bedeutet „Sinn“, dass ich jede Sekunde des Tages etwas Sinnvolles tun sollte. Sein Leben als sinnvoll zu erfahren, ist geknüpft an die Erfahrung von Sinnlichkeit. Der Soziologe Hartmut Rosa hat für diese Sinnlichkeit den Begriff der Resonanz gefunden: Die Welt steht mir nicht mehr stumm und abweisend gegenüber, sondern ich unterhalten eine Beziehung zu ihr. Mein Tun- und Nicht-Tun bringt mich im Inneren zum Schwingen.
Ralf Konersmann
Von der Unruhe kommt man nicht so leicht los
Das Titelthema des neuen Philosophie Magazins 05/2024 beschäftigt sich mit der Frage: „Wie komme ich zur Ruhe?“ Die Ruhe ist eine große Sehnsucht vieler Menschen, doch sie ist nur schwer zu erreichen, wie bereits die Stoiker in der Antike wussten. Heute inmitten digitaler Ablenkung, politischer Krisen und spätmoderner Leistungsansprüche scheint sie weiter entfernt denn je. Der Philosoph Ralf Konersmann schreibt: „Charakteristisch für die Situation ist unser ambivalentes Verhältnis zur Unruhe: Wir leiden unter ihr, möchten sie aber auch nicht missen. Ich habe deshalb die Unruhe, unsere moderne Unruhe, eine Passion genannt.“ Inzwischen sind jedoch Trends wie Arbeitszeitreduktion zugunsten der Familien oder die Priorisierung von Hobbys auf dem Vormarsch. Ralf Konersmann erkennt in solchen Initiativen den Versuch, Alternativen zu entwickeln. Dennoch haben auch sie das Potential, neue Unruhe zu erzeugen. Die Unruhe ist also etwas, von dem man nicht so leicht loskommt.