In der animalischen Welt gilt Welpenschutz: Kinder können sich Grenzüberschreitungen erlauben, die unter Erwachsenen sanktioniert würden. Wolfgang Schmidbauer ergänzt: „Parallel dazu regiert ein elementares Selbstgefühl: Wer stärker ist, fürchtet Schwächere nicht, er geht entspannt mit ihnen um. Die animalische Mutter, in einer Gruppe von Kindern und Halberwachsenen sozialisiert, hat keinen Grund, sich vor ihrem Baby zu fürchten. Sie ist sich ihrer vitalen Überlegenheit sicher.“ In der zweiten Hälfte der vorigen Jahrhunderts entfaltete sich ein Streit, der in modifizierten Formen bis heute andauert. Die Pole des Streites sind auf der einen Seite die Interessen der Gesellschaft, auf der anderen die romantischen Bedürfnisse in den Familien. Damit beginnt auch die Angst vor Leistungsversagen eine unheilvolle Rolle zwischen Eltern und Kindern zu spielen. Wolfgang Schmidbauer gilt als einer der bekanntesten Psychoanalytiker Deutschlands.