Vor allem die Erwerbsarbeit ist ein kolossaler Zeitfresser

Das Titelthema des neuen Philosophie Magazins 02/2026 versucht eine Antwort auf die Frage zu finden: „Wem gehört meine Zeit?“ Chefredakteurin Svenja Flaßpöhler schreibt im Editorial: „Die naheliegende Antwort lautet: Meine Zeit gehört mir. Wem sonst? Dass es aber so einfach nicht ist, zeigt sich jeden Tag, sobald Ansprüche und Notwendigkeiten an den zur Verfügung stehenden 24 Stunden nagen, bis kaum noch etwas übrig bleibt. Vor allem die Erwerbsarbeit ist ein kolossaler Zeitfresser.“ Je älter wir wird, desto stärker haben wir gesellschaftliche Leistungsimperative verinnerlicht, verwechseln sie gar mit unseren eigenen Wünschen. Die Entfremdungsprozesse, die der Mensch als funktionstüchtiges, leistungsorientiertes Gesellschaftswesen durchläuft, wurden in der Philosophie vielfach beschrieben. Etwa von Jean-Jacques Rousseau, der die vergiftenden Einflüsse der Zivilisation hervorhob und forderte, Kinder tunlichst von Konkurrenzgehabe und narzisstischer Anerkennungssucht zu schützen.

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