Judith Werner schreibt: „Denken kann wehtun. Vor allem, wenn man das Gefühl hat, in einer Schleife festzustecken und die gleichen Gedanken und Sorgen immer wieder hochkommen. „Rumination“ nennen das die Fachleute. Ein Begriff, der eigentlich aus der Zoologie stammt und den Vorgang des Wiederkäuens bei Kühen beschreibt.“ Wer konstant seinen Gedanken nachhängt – zumal, wenn es sich um Sorgen und Ängste handelt – verbraucht jede Menge Energie. Die fehlt dann an anderer Stelle, vor allem, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen. „Overthinking“ macht mürbe und ist kein erstrebenswerter Zustand. Der Alltag ist von kleinen und großen Entscheidungen geprägt und wenn man dabei von der eigenen Grübelei ausgebremst wird, ist Stress vorprogrammiert. Kein Wunder also, dass Google beim Suchbegriff Overthinking jede Menge Tipps und Tricks ausspuckt, die Abhilfe schaffen sollen. Dr. Judith Werner ist Publizistin und Philosophin.
Overthinking
Judith Werner bietet philosophische Hilfe bei Gedankenschleifen an
Judith Werner schreibt in ihrem Buch „Besser grübeln“: „Wer konstant seinen Gedanken nachhängt – zumal, wenn es sich um Sorgen oder Ängste handelt – verbraucht jede Menge Energie. Die fehlt dann an anderer Stelle, vor allem, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen. Overthinking macht mürbe und ist kein erstrebenswerter Zustand.“ Der Alltag ist von großen und kleinen Entscheidungen geprägt und wenn dabei von der eigenen Grübelei ausgebremst wird, ist Stress vorprogrammiert. Was jedoch gegen einen simplen Grübelstopp spricht: Er funktioniert nicht. Auf der anderen Seite kann Overthinking echten Leidensdruck ausüben. Die Bandbreite, wie sich dieser gestaltet, ist vielfältig. Gerade Ablehnung – egal in welcher Form – schmerzt. Die Bewertung durch andere ist daher ein Kernelement von vielen Overthinking-Schleifen: Habe ich etwas Falsches gesagt? Wie habe ich es gesagt? Wie ist das bei der anderen Person angekommen? Dr. Judith Werner ist Publizistin und Philosophin.