Gegenseitiger Respekt bildet die Basis einer gerechten Gesellschaft

Byung-Chul Han betont in seinem Essay „Ohne Respekt“: „Der gegenseitige Respekt bildet das Fundamente einer gerechten Gesellschaft.“ Der Respekt für andere setzt die Fähigkeit voraus, die Lage anderer von ihrem Standpunkt, aus der Sicht ihrer Vorstellung vom Guten zu sehen. Daneben ist die Aufmerksamkeit für den Anderen konstitutiv für den Respekt. Allerdings vereinzelt das neoliberale Regime die Menschen. Es macht aus ihnen Einzelkämpfer, die in seinem Jargon „Unternehmer seiner selbst“ heißen. Die Leistungsgesellschaft zerstört das soziale Umfeld, in dem wir uns geschätzt und geschützt fühlen. In ihr ist der Respekt nichts wert. Er ist vielmehr das Ergebnis einer individuellen Leistung. So wird um ihn unerbittlich gekämpft. Der Kampf um Respekt findet als Kampf um Status statt. Statusverlust ist identisch mit Respektverlust.

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