Die Geschichte gleicht einer Fieberkurve: Zeiten der Euphorie wechseln mit Phasen tiefer Krisen. Inmitten allgemeiner Nervosität, hervorgerufen durch Angst, Apathie und sich zuspitzender Konflikte, zeigt das Buch „Ökonomie der Angst“ von Oliver Rathkolb, wie wichtig es ist, einen kühlen Kopf zu bewahren und die Lektionen der Vergangenheit ernst zu nehmen, bevor sie sich wiederholen. Als sich Oliver Rathkolb mit den ersten Plänen für dieses Buch trug, dachte er noch, dass wir im Vergleich zur Zeit vor 1914 in einer vernünftigen und politisch kontrollierbaren neue Welt leben. Doch die Zeiten haben sich zum Schlechten hin gewendet. Es kam sogar noch schlimmer, als von Pessimisten prognostiziert. Russland hat sich zum Beispiel endgültig in eine brutale, aggressive Diktatur verwandelt. Oliver Rathkolb war langjähriger Vorstand und Professor des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien.