Aus der Geschichte der Geldkrisen hätte man lernen können, dass der Zusammenschluss verschiedener politischer und wirtschaftlicher Regionen zu einer Geldgemeinschaft auf tönernen Füßen steht. Die leisten Politiker haben diese Lektion jedoch nicht gelernt. Thomas Mayer weiß: „Unter einer Währungsunion versteht man die Abgabe der Geldemission durch Nationalstaaten und deren Zentralbanken an eine supranationale Institution oder die enge Koordinierung nationaler Emissionen.“ Die erste Definition trifft auf die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWU) zu, die zweite auf ihren Vorgänger, die Lateinischen Münzunion (LMU). Natürlich gab es in der Vergangenheit noch andere Währungsunionen, zum Beispiel die kurzlebige Rubelwährungsunion von 1991 bis 1993. Thomas Mayer ist promovierter Ökonom und ausgewiesener Finanzexperte. Seit 2014 ist er Leiter der Denkfabrik Flossbach von Storch Research Institute.