Hans-Jürgen Jakobs stellt fest: „Der alte Glaube an eine „Win-win-Situation“, bei der alle gewinnen, die Flut also alle Bote hebt, ist einer politischen Ideologie gewichen. „The winner takes it all“ – das ist jetzt nicht mehr nur die Parole der Globalisierungschampions, sondern für größenbewusste, manchmal sogar größenwahnsinnige Staatenführer.“ Bis Ende 2021 sei die Rivalität zwischen China und den USA mit den möglichen handelspolitischen Folgen „das beherrschbare geoökonomische Risiko“ gewesen, sagte der einstige CDU-Politiker und jetzige Mercedes-Chef-Lobbyist Eckard von Klaeden, dem „Spiegel“. Dann aber sich Wladimir Putin „mit Gewalt auf die geopolitische Agenda zurückgebracht“. Durch die Einschränkungen des Freihandels aus politischen Gründen leidet das Exportmodell der Bundesrepublik. Deren Erfolg gründet ja auf „Arbeitsteilung“: überall auf der Welt Autos, Anlagen und Maschinen verkaufen zu können, insbesondere in der aufstrebenden Volksrepublik China, und die dafür notwendigen Rohstoffe – bis hin zur Energie – überall möglichst günstig einzukaufen. Hans-Jürgen Jakobs ist Volkswirt und einer der renommiertesten Wirtschaftsjournalisten Deutschlands.