Die Sehnsucht nach dem Haben kann ein sicheres Gift für die Seele sein. Donald Winnicott beschreibt sie auch als eines der wesentlichen Elemente, um das „falsche Selbst“ zu definieren – die falsche Persönlichkeit, die das Subjekt erfindet, um sich gegen das zu verteidigen, was es als Bedrohung für seine Identität, seine Gesundheit und sein psychisches Leben ansieht.“ Cynthia Fleury erklärt: „Eine grundlegende und manchmal notwendige Technik der Dissimulation, die jedoch nicht Bestand haben kann; daher nistet sich das falsche Selbst ein, das immer schwieriger vom Selbst zu unterscheiden ist.“ Auch Marc Angelot stellt es in den Mittelpunkt seiner Beschreibung des „ressentimenthaften Ich“. Die Philosophin und Psychoanalytikerin Cynthia Fleury ist unter anderem Professorin für Geisteswissenschaften und Gesundheit am Conservatoire National des Arts et Métiers in Paris.