Die Digitalisierung der Psyche führt zu einem Informationsverlust. Diana Pflichthofer erklärt: „Es geht dann beispielsweise nur noch darum, ob etwas, ein X, da ist oder nicht, und nicht mehr darum, in welcher Ausführung oder aus welchen Gründen es existiert.“ Mit dem digitalisierenden Ansatz allerdings kann man leichter Fragebögen erstellen, die beispielsweise Symptome abfragen: Kopfschmerzen, ja oder nein? Schlechte Stimmung, ja oder nein? Nur um welche Kopfschmerzen es sich handelt, und vor allem wie diese erlebt werden oder wie genau die schlechte Stimmung aussieht und so weiter, das lässt sich damit nicht abbilden. Am Ende aber erhält man Skalen und Zahlen, sie sich wiederum schematisieren lassen. Das ist alles insofern praktisch, als man dann auch vermeintliche Angebote machen kann, wie man solche „Dinge“ mit einem x-Wochen-Programm, einem therapeutischen Manual und der Re-Programmierung aus der Welt schafft. Dr. Diana Pflichthofer ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalytikerin und Gruppenanalytikerin.