Eine Krise ist kein Dauerzustand

Konrad Paul Liessmann schreibt: „Wir leben in Zeiten multiplen Krisen: Pandemie, Krieg, Inflation, Korruption, Klimawandel, Populismus, Migration, Kapitalismus, künstliche Intelligenz. Damit sind nur die großen Krisenherde benannt, die uns seit einigen Jahren beschäftigen, kleinere Krise wie der Verfall des Gesundheitswesens, bröckelnde Brandmauer oder endlose Regierungsverhandlungen zählen wir dabei gar nicht mit.“ Und bei all dem war noch nicht von den vielen persönlichen Krisen die Rede, die einerseits als Folge der großen Krisen den Einzelnen treffen können, anderseits diesen auch nicht verschonten, wäre die Welt in Ordnung. Die Krise ist jedoch kein Dauerzustand. Wer das Gefühl hat, ständig mit und in Krisen zu leben, hat im strengen Sinn keine Krise. Konrad Paul Liessmann ist Professor emeritus für Philosophie an der Universität Wien, Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist.

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