Das Handeln eines Menschen aktiviert nur einen winzigen Teil seiner verfügbaren Erinnerungen. Charles Pépin ergänzt: „Diesseits des Handelns bildet unser Gedächtnis ein großes Ganzes aus Erinnerungen, die Henri Bergson als lebendig und in Bewegung beschreibt.“ Wollen wir wissen wer wir sind, woher wir kommen und wohin wir gehen, müssen wir in die Flut der Überbleibsel der Vergangenheit eintauchen. Wir müssen diesen begegnen, um unsere Komplexität, unsere Subjektivität und jene Geschichte zu erfassen, die für uns konstitutiv ist und unaufhörlich fortgeschrieben wird. Wenn wir aufhören, zu handeln und dadurch eine Auswahl zu treffen, und unsere Erinnerungen freien Lauf haben, beginnen sie zu „tanzen“. Unsere Erinnerungen bilden den plastischen, vielgestaltigen, aktiven Stoff unserer Träume. Charles Pépin ist Schriftsteller und unterrichtet Philosophie. Seine Bücher wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt.