Peter Trawny stellt fest: „Diejenigen, die schon auf der Welt waren, als es noch kein Internet gab, können sich daran erinnern, dass es noch einer gewissen peinlichen Aktivität bedurfte, um pornographische Bilder sehen zu können.“ Entweder man musste eines dieser etwa angeschimmelten Kinos aufsuchen, in denen weniger Männer sich in den Sitzreihen verteilten, um ihren dürftigen Genuss zu frönen, oder man kaufte sich am Kiosk ein Heft, das man einigermaßen verschämt bezahlte. Seit dem weltveränderten Auftauchen des Internets ist Pornographie absolut aller „Kategorien“, wie es heißt, ständig verfügbar. Was das bedeutet ist schwer zu sagen. Hat sich die Liebe durch die Anwesenheit pornographischer Bilder verändert? Peter Trawny gründete 2012 das Matin-Heidegger-Institut an der Bergischen Universität in Wuppertal, dessen Leitung er seitdem innehat.