Erfahrungen der Ekstase werden als Glücksgefühl empfunden

Racha Kirakosian schreibt: „Kontrollverlust, Entgrenzung, Ich-Verlust, Transzendenzerfahrung: Das ist nur eine kleine Auswahl von Zuständen, die Menschen nennen, wenn sie bewusstseinsüberschreitende Erlebnisse schildern. Bei wiedererlangtem vollem Bewusstsein wird das Erfahrene als Glücksgefühl bezeichnet.“ Es gibt noch ein anderes Wort für das Erlebte, das, so schwammig es zu sein scheint, erstaunlich oft zum Einsatz kommt, wenn es um die erwähnten Zustände geht: Ekstase. Ekstase ist so etwas wie ein Oberbegriff, doch verbirgt sich dahinter weit mehr als ein leeres Sammelbecken. Gerade weil Ekstase selbst erratisch und unglaubwürdig ist, unsagbar und empfindlich, bietet sich für Racha Kirakosian genau das an: den Bogen weit spannen, um zu versuchen, einem der verbreitetsten geistigen und körperlichen Phänomene der Menschheit auf die Spur zu kommen. Racha Kirakosian bekleidet eine Professur für Mediävistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

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