Währungsunionen stehen oft auf tönernen Füßen

Aus der Geschichte der Geldkrisen hätte man lernen können, dass der Zusammenschluss verschiedener politischer und wirtschaftlicher Regionen zu einer Geldgemeinschaft auf tönernen Füßen steht. Die leisten Politiker haben diese Lektion jedoch nicht gelernt. Thomas Mayer weiß: „Unter einer Währungsunion versteht man die Abgabe der Geldemission durch Nationalstaaten und deren Zentralbanken an eine supranationale Institution oder die enge Koordinierung nationaler Emissionen.“ Die erste Definition trifft auf die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWU) zu, die zweite auf ihren Vorgänger, die Lateinischen Münzunion (LMU). Natürlich gab es in der Vergangenheit noch andere Währungsunionen, zum Beispiel die kurzlebige Rubelwährungsunion von 1991 bis 1993. Thomas Mayer ist promovierter Ökonom und ausgewiesener Finanzexperte. Seit 2014 ist er Leiter der Denkfabrik Flossbach von Storch Research Institute.

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Thomas Mayer erklärt die Währungsreform von 1948

Anfang 1948 befand sich die deutsche Wirtschaft in einer schwierigen Lage. Thomas Mayer weiß: „Infolge der umfangreichen Kriegsschäden betrug die Produktion weniger als 60 Prozent des Niveaus von 1936 und der reale Pro-Kopf-Verbrauch lag bei etwa zwei Dritteln des damaligen Niveaus; es herrschte ein schwerer Mangel an den meisten Grundgütern.“ Darüber hinaus hatte die Kriegsfinanzierung dazu geführt, dass die Staatsverschuldung des „Dritten Reiches“ bei Kriegsende fast 400 Prozent des Bruttosozialproduktes (BSP) on 1939 betrug und eine enorme Überschussliquidität entstanden war. Die Reichsmark (RM) hatte ihre Funktion als Tauschmittel verloren, und der Tauschhandel war an der Tagesordnung. Schwarzmärkte untergruben das System der Preis- und Lohnkontrolle sowie der Warenproduktion und -verteilung, es gab keinen Anreiz für Geld zu arbeiten. Thomas Mayer ist promovierter Ökonom und ausgewiesener Finanzexperte. Seit 2014 ist er Leiter der Denkfabrik Flossbach von Storch Research Institute.

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