Der Rechtspositivismus besteht auf der Trennung von Recht und Moral

Der Rechtspositivismus ist dafür bekannt, auf der Trennung von Recht und Moral zu bestehen. Alexander Somek erklärt: „Diese Trennungsthese wird mitunter so dargestellt, als gebe es keine notwendige Beziehung zwischen Recht und Moral. Es sei zwar möglich, im Recht moralische Gehalte zu integrieren, dies müsse aber nicht sein, damit das Recht existieren könne.“ Die Charakterisierung des Rechtspositivismus mit dem Notwendigkeitsoperator ist unterdessen in Zweifel gezogen worden, weil es insofern selbstverständlich „notwendige“ Beziehungen von Recht und Moral gebe, als beide auf menschliches Verhalten abzielen. Aber das soll die Trennungsthese selbst nicht erschüttern. Wenn moralische Gehalte relevant sind, dann nur kontingenterweise. Was letztlich zählt, seien die sozialen Fakten. Alexander Somek ist seit 2015 Professor für Rechtsphilosophie und juristische Methodenlehre an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.

Weiterlesen

Timothy Snyder erklärt die Bedeutung von Freiheit

In seinem neuen Buch „Über Freiheit“ beschreibt Timothy Snyder, was Freiheit bedeutet, wie sie oft missverstanden wird und warum sie für die Menschheit die einzige Chance ist zu überleben. Zudem versucht Timothy Snyder, Freiheit zu definieren. Diese Aufgabe beginnt mit der Rettung des Wortes vor übermäßigem Gebrauch und Missbrauch. Er fürchtet das Menschen in den Vereinigten Staaten, von Freiheit sprechen, ohne wirklich darüber nachzudenken. Timothy Snyder schreibt: „Amerikaner denken dabei oft an die Abwesenheit von etwas: von Besatzung, Unterdrückung oder sogar von Regierung. Ein Individuum ist frei, glauben wir, wenn die Regierung aus dem Weg ist. Negative Freiheit ist unser gängiges Verständnis.“ Timothy Snyder ist Professor für Geschichte an der Yale University und Permanent Follow am Institut für die Wissenschaft vom Menschen in Wien.

Weiterlesen