„Die ganze Welt ist Bühne“, sagt der „melancholische Jacques in William Shakespeares „Wie es euch gefällt“. Richard Sennett weiß: „Das ist kein neuer Gedanke. Das Bild des Lebens als Bühne oder Theater lässt sich bis in die Antike zu dem römischen Dichter Juvenal zurückverfolgen.“ Bei Juvenal heißt es: „Ganz Griechenland ist eine Bühne, und alle Griechen sind Schauspieler“, wie auch vorn bis zu dem amerikanischen Soziologen Erving Goffman, der meinte, das „soziale Leben“ sei „ein Mosaik aus Darbietungen“ unterschiedlichster Art. Der Gedanke verdeckt allerdings mehr, als er enthüllt. Als Richard Sennett mit der Niederschrift eines Essays über die Gesellschaft und die darstellenden Künste begann, beherrschten diverse Demagogen die Bühne der Öffentlichkeit. Richard Sennett lehrt Soziologie und Geschichte an der London School of Economic und an der New York University.