„Ich sehe was, was du nicht siehst,“ so heißt das berühmte Kinderspiel, bei dem man sich wechselseitig zu verstärkter Aufmerksamkeit herausfordert und die blinden Flecken des anderen aufdeckt. Svenja Flasspöhler fügt hinzu: „Es ist dieses Spiel, das Betroffene und Nicht-Betroffene miteinander einüben sollten, anstatt sich in ihren Perspektiven zu verkapseln.“ Ich sehe was, was du nicht siehst, beziehungsweise: Ich fühle was, was du nicht fühlst: Nur so entdeckt man die unscheinbarsten Details und betrachtet, wenn auch nur für einen kurzen Moment, die Welt mit anderen Augen. „Ich fühle was, was du nicht fühlst“: Das lässt sich indes auch begreifen im Sinne von: Ich fühle mehr. Intensiver. Feiner. Gemeint ist das Phänomen der Hochsensibilität. Svenja Flasspöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des Philosophie Magazins.