Otfried Höffe entwickelt in seinem neuen Buch „Die Kunst der Weisheit“ eine kleine Philosophie der Lebensklugheit. Bei der Weisheit handelt es sich um eine Höchstform des Wissens und des Könnens. Weise nennen wir Vorbilder für unser Leben oder Vorzeigepersonen sowie manchmal auf Fachleute. Nach dem stoischen Ideal ist weise, wer die Unbilden des Lebens mit Gelassenheit, sogar in Heiterkeit, wer sie mit „stoischem Gleichmut“ zu ertragen vermag. Diese Fähigkeit, selbst in den schlimmsten Widrigkeiten des Lebens seine Eigenständigkeit und Freiheit zu bewahren, wird ohne Frage auch heute noch als vorbildlich angesehen. Es braucht jedoch noch andere Vorzüge, um als Weiser zu gelten, insbesondere eine vorbildliche Beziehung zu den Mitmenschen. Otfried Höffe ist Professor em. für Philosophie an der Universität Tübingen und Leiter der dortige Forschungsstelle Politische Philosophie.