Die meisten Menschen lokalisieren sich in größeren Zeit- und Raumdimensionen. Dabei denken sich nicht über das Leben jenseits ihrer vier Wände nach, geschweige denn jenseits der Landesgrenzen – und meist auch nicht darüber, ob gerade ein autoritäres Regime aufzieht wie Wetterleuchten am Horizont. Ulrike Guérot schreibt: „Dass die meisten Landesgrenzen früher anders gezogen waren, dass man vor wenigen Jahrzehnten nicht in einer Demokratie gelebt hat, dass es Könige gab und gibt, Freiheit und Friede keine Selbstverständlichkeiten sind, dass das Geld vor 35 Jahren noch nicht Euro hieß und das Internet, so wie wir es heute kennen, erst rund fünfundzwanzig Jahre alt ist: Das alles überdenken die meisten nicht täglich auf ihrem Weg von zuhause ins Büro.“ Ulrike Guérot ist Politikwissenschaftlerin und Publizistin.