Richard Wagner, Friedrich Nietzsche und Charles Baudelaire waren – jeder auf seine Weise – Sprengstoff für ihr System, und sie wollten das auch sein. Jürgen Wertheimer fügt hinzu: „Viele anderen spürten und ahnten die Zumutungen und Lügen der etablierten Kultur und reagierten eher indirekt oder verdeckt: E.T.A. Hoffmann, der die unheimlichen Bezirke der schwarzen Romantik ergründete; Honoré de Balzac, der in der Maske des Realisten massive Gesellschaftskritik übte; Theodor Fontane, der die Leer der bürgerlichen Fassadenkultur zugleich aufdeckte und verbarg.“ Auf der weltabgesandten Seite der Wirklichkeit, hinter Marmor und Stuck, begann es seit den verlorenen Revolutionen von 1830 und 1848 zu brodeln. Noch hielt die gründerzeitliche Kulisse aus bürgerlicher Moral, Fortschrittsgläubigkeit und Kommerz. Jürgen Wertheimer ist seit 1991 Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik in Tübingen.