Angst und bange – die beiden Wörter hängen auch etymologisch zusammen. Die Brüder Grimm führen in ihrem Wörterbuch beide auf die Wurzel „eng“ zurück. Ulrich Grober erläutert: „Die Rede ist also von einem Gefühl der Beengung und Beklemmung. Es ist etwas, was sich auch körperlich ausdrückt, einem die Brust zuschnürt, das Blut in den Adern gerinnen lässt, den Blick zum Tunnelblick verengt – den Blick auf das eine angstbesetzte Phänomen.“ Im Extremfall fühlt man sich in die Enge getrieben wie das Kaninchen, das auf die Schlange starrt. Man gerät in Panik. Doch auch das Ideal der Furchtlosigkeit hat in unserer Kultur tiefe Wurzeln. So gut wie alle Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm handeln davon. Den Publizisten und Buchautor Ulrich Grober beschäftigt die Verknüpfung von kulturellem Erbe und Zukunftsvisionen.