Keine Frage, dass sich die klimatischen Bedingungen – gerade auch in der Arktis – verschoben haben, wie neuere Studien einmal mehr zeigen. Matthias Glaubrecht erklärt: „Demnach kam es in den beiden vergangenen Jahrzehnten zu knapp einem Dutzend Hitzewellen in den Randgebieten es Arktischen Ozeans mit durchschnittlich um mehr als zwei Grad wärmeren Meerestemperaturen and er Oberfläche.“ Auch in der Arktis waren 2023 und 2024 die wärmsten Jahre seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen vor anderthalb Jahrhunderten, wobei die fünf wärmsten je registrierten Jahre alle nach 2016 auftraten und zu einer unterdurchschnittlichen Ausdehnung des Meereises führten. Und keine Frage, dass sich damit die Umwelt der Eisbären ändert. Das wärmere Wasser und der anhaltende Verlust des Meereises beeinflussen das gesamte arktische Ökosystem, in dem es etwa zum Abriss von Nahrungsketten kommt und das Fundament der Nahrungspyramide ins Wanken gerät. Der Evolutionsbiologe und Biosystematiker Matthias Glaubrecht ist Professor für Biodiversität der Tiere an der Universität Hamburg.
Arktis
Der Klimawandel wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus
Lucy F. Jones betont: „Die Zukunft der Natur hängt nicht zuletzt vom Klimawandel ab, davon, wie er sich auf das Landschaftsbild und die Bevölkerung auswirkt. Natürliche Räume, in denen wir uns erholen – und die erheblichen Einfluss auf unsere Gesundheit haben –, hängen zum Teil von den Wetterbedingungen ab, und diese befinden sich gerade im Wandel.“ In Schweden werden durch den Klimawandel wärmere, schneeärmere Winter und kältere, niederschlagsreiche Sommer prognostiziert. Eine Studie des Psychologen Terry Hartig zum Bedarf an Antidepressiva zwischen 1991 und 1998 legt nahe, dass sich ein Mangel an Erholung in der Natur auf die geistige Gesundheit niederschlägt. Lucy F. Jones ist Journalistin und schreibt regelmäßig zu wissenschaftlichen Themen, Gesundheit, Umwelt und Natur für die BBC, The Guardian und The Sunday Times.