Wolfgang Schmidbauer schreibt: „Das Animalische fundiert zwar unser Leben, aber in der Zivilisation gelingt es oft nicht mehr, diese Grundlage ernst zu nehmen und zu festigen. Erst wenn wir sie verloren haben, erschrecken wir.“ Ein Tier erlebt eine konstante Welt, in der die Grenzen der Fürsorge instinktiv und emotional gezogen wird. Der Mensch dagegen betritt das gefährliche Gebiet des Richtigen, des Rechtmachens, des Perfektionismus. Zum Beispiel will eine Bäuerin eine gute Mutter sein, indem sie ihrem Kind ein Leben als Akademikerin ermöglicht. Dabei ahnt sie allerdings nicht, wie schwer es ihre Tochter als Aufsteigerin aus einer bildungsfernen Schicht haben wird, sich in der Stadt zurechtzufinden und ihre Liebesbeziehungen selbstbewusst zu gestalten. Wolfgang Schmidbauer gilt als einer der bekanntesten Psychoanalytiker Deutschlands.