In der Politik gilt das Recht des Stärkeren

Politik wird oft als Kampf beschrieben. Und es stimmt ja: In der Politik geht es um Macht, darum, was das Sagen hat. Helene Bubrowski fügt hinzu: „Und da alle Politiker ehrgeizig sind – das gehört zur Grundausstattung für diesen Beruf –, können Machtfragen in aller Regel nicht im kollektiven Gespräch entschieden werden. Es geht da nicht gerecht zu, es gilt das Recht des Stärkeren.“ Eigene Fehler kann da niemand gebrauchen. Deshalb gehen viele Politiker mit ehren Fehlern ähnlich um wie Andreas Scheuer: abstreiten, zum Gegenangriff ansetzen. Es sind eingeübte Muster, abgeguckt bei politischer Urvätern, auch deren große Zeit lange zurück liegt. Für CSU-Politiker ist Franz Josef Strauß immer noch ein Vorbild. Helene Bubrowski arbeitet als Politikkorrespondentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Berliner Hauptstadtbüro.

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Fehltritte von Politikern sind erst mal intern zu klären

Zur Fehlerkultur gehört es allerdings zwingend, die Frage nach den Konsequenzen von Fehltritten von Politikern zu stellen. Auch das ist erst mal intern zu klären. Helene Bubrowski schlägt vor: „Wenn der Fehler an Überlastung liegt, könnte daraus folgen, sich künftig weniger vorzunehmen oder sich Unterstützung zu besorgen.“ Oder ist es doch ein Amt zu viel? Beruht die Fehleinschätzung auf falschen Annahmen, muss man sich fragen, wie man blinde Flecken bekämpfen kann. In der externen Dimension kommt es darauf an, dass sich die Konsequenzen nicht in Worthüllen erschöpfen. Das verstärkt nur die Politikverdrossenheit. Es grassiert ja ohnehin das gefährliche Narrativ, dass für „die da oben“ andere Regeln gelten, dass die Kassiererin im Supermarkt ihren Job viel schneller los ist als jeder Spitzenpolitiker. Helene Bubrowski arbeitet als Politikkorrespondentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Berliner Hauptstadtbüro.

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