Bernhard Pörksen rät: „Es gilt, sich der Erfahrung des Zuhörens und des Ringens um das Gehörtwerden in konkreten Situationen zuzuwenden, diese Situationen in allen Nuancen und Details zu studieren.“ Das bedeutet auch, dass man sich zwei Denkformen bewusst und mit Entschiedenheit verweigert, die in aktuellen Analysen des Kommunikationsgeschehens außerordentlich mächtig sind. Bernhard Pörksen nennt sie „Diskursalarmismus“ und „Diskursidealismus“. Gemeinsam ist beiden Denkformen, obwohl sie konträre, gegensätzliche Positionen markieren, die Distanz zum Konkreten – zugunsten einer allgemeinen Idee und der pauschalen These, die entweder den Untergang – Alarmismus – oder die Vision perfekter Zuhör-Welten – Idealismus – beschwört. Beide verfehlen in der Pauschalität ihres Urteils und in ihrer Orientierung am Prinzipiellen das Wirkliche. Sie blockieren die Auseinandersetzung mit einer feinkörnigen, widersprüchlich schillernden Realität mit ihren je eigenen Möglichkeiten und besonderen Hindernissen. Bernhard Pörksen ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen.